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Ein Mercedes sieht eben aus wie ein Mercedes

10. und letzte Folge unserer Serie:
Der Automobildesigner Bruno Sacco verbindet technische Innovation mit zeitloser Schönheit

Stuttgart Das DaimlerChrysler-Werk Untertürkheim feiert 100-jähriges Bestehen. Es ist die Wiege des Automobils. Bahnbrechende Erfindungen von Gottlieb Daimler, Karl Benz und Wilhelm Maybach verhalfen dem Auto zum weltweiten Siegeszug. In der Folgezeit entwickelten geniale Tüftler und Konstrukteure der Marke Mercedes-Benz epochale Neuerungen. Diese Pioniere der Zeit stellen wir vor.
Heute: Bruno Sacco

Von Mathias Kuhn - Untertürkheimer Zeitung vom 7.10.2004

Ein eindrucksvolles Erlebnis im italienischen Tarvisio mag ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass die Personenwagen aus Untertürkheim über vier Jahrzehnte lang ihr unverwechselbares Aussehen durch den Chefdesigner Bruno Sacco erhielten. Geboren am 12. November 1933 in Udine als Sohn eines Italieners und einer Österreicherin, hatte er 1950 gerade seine Geometer-Ausbildung abgeschlossen, als die amerikanischen Nachkriegs-Automodelle einen nachhaltigen Eindruck hinterließen: Die amerikanischen Soldaten, die in Triest stationiert waren, kamen mit den aktuellsten Modellen in die Grenzstadt Tarvisio, erzählt Sacco in einem Interview. An den Anblick eines Studenbaker Commander Champion, der sein Leben verändern sollte, erinnert er sich noch genau. Von da an stand für den 17-Jährigen fest, dass er Automobildesigner werden wollte. Er studierte Maschinenbau in Turin, doch die Vorstellung das ganze Leben mit Schrauben und Muttern zu verbringen, schreckte ihn. Schon während des Studiums hatte er Kontakt zu renommierten Karosseriebauern aufgenommen, erledigte kleinere Aufträge für andere Autobauer. Doch den jungen Italiener zog es zu der Autoschmiede, die Mitte der 50er Jahre auf den Rennstrecken zweimal hintereinander Weltmeister wurde: Daimler-Benz. Ein Freund des damaligen Chefkonstrukteurs vermittelte ihn 1958 ins Schwabenland. Als Stilist arbeitet Sacco unter Karl Wilfert und dem Sicherheitspapst Bla Barnyi an Projekten wie dem großen Mercedes-Benz 600 und dem Roadster 230 SL.

In den Folgejahren wirkte er bei den revolutionären Forschungsaufgaben wie den Experimentier-Sicherheits-Fahrzeugen und dem legendären rollenden Versuchslaboren, den C111-Versionen mit. Alles richtungsweisende Projekte. Einige Ergebnisse dieser Arbeiten konnte der Designer später in Serienmodelle einfließen lassen. 1970 leitete er die Abteilung Karosserie-Konstruktion. Vier Jahre später verlieh der Vorstand ihm den Titel des Oberingenieurs und 1978 vertraute ihm Werner Breitschwerdt die Hauptabteilung Stilistik an. Sacco, der die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, war von diesem Zeitpunkt an für die Einführung innovativer Formkonzepte bei den Personenwagen mit dem Stern verantwortlich. Wie kein anderer prägte er das Gesicht von Mercedes-Benz-Automobilen und kreierte Trends, die von der Konkurrenz imitiert wurden. Er versuchte die Autobauer-Tradition von Uhlenhaut und Barnyi fortzusetzen und verstand es zugleich zukunftsgerichtete Ideen harmonisch einzufügen: Wenn wir einen neuen Wagen vorstellen, möchten wir nicht das Vorgängermodell, das es bis gestern im Verkauf gab, zum lächerlichen und überholten Auto degradieren, verriet er einmal seine Designer-Ethik. Über 30 Jahre lang verband er den Mercedes-Mythos mit neuen Elementen. Innovative Technik wird man erst erkennen können, wenn sie mit einer entsprechenden innovativen Gestaltung verbunden ist, war er überzeugt. Praktisches Beispiel dieser Philosophie ist der 190er, der Baby-Benz. Mit ihm wurden das hohe Heck und die moderate Keilform salonfähig und beschrieb 1982 einen neuen Trend. Auch die kompakte A-Klasse stellte ein Novum im Hause Daimler-Benz dar.

Gewagte Schritte

Beide Fahrzeuge stehen für eine neue erfolgreiche Modellreihe. Erst die Verbindung zwischen einer risikobereiten Innovation und einem markenspezifischen Design machen ein Produkt langlebig und Trend bestimmend, sagt Sacco. 1987 berief ihn der Vorstand zum Direktor des Bereichs Design, seit 1993 war er als Leiter Design zugleich Mitglied des Direktorenkreises der Daimler-Benz AG. Nach 41 Jahren bei Mercedes-Benz ging Sacco im März 1999 in den Ruhestand, nicht ohne nochmals einen Meilenstein umgesetzt zu haben. Mit der Einführung der E-Klasse, präsentiert er das Vier-Augen-Gesicht. Mit den elliptischen Scheinwerfern gelang ihm erneut ein gestalterischer Coup und wieder einmal eine markante Ausdrucksform, die einer seiner wichtigsten Design-Regeln entsprach: Ein Mercedes sieht immer wie ein Mercedes aus.
07.10.2004

PIONIERE DER ZEIT

Aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des DaimlerChrysler Werks Untertürkheim startet die Untertürkheimer Zeitung die zehnteilige Serie „Pioniere der Zeit". Festgemacht an den Tüftlern und Erfindern im Hause DaimlerChrysler lassen wir hundert Jahre Geschichte des Motorenwerks Revue passieren.

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