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Carl BenzBertha Benz ebnet Weg zum Erfolg ihres Mannes

Folge 3 unserer Serie: Mit dem ersten schnelllaufenden Benzinmotor den Durchbruch geschafft

PIONIERE DER ZEIT 100 JAHRE DAIMLERCHRYSLER-WERK UNTERTÜRKHEIM

Stuttgart - Das DaimlerChrysler-Werk Untertürkheim feiert in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen. Bahnbrechende Erfindungen von Gottlieb Daimler, Karl Benz und Wilhelm Maybach verhalfen dem Automobil zum weltweiten Siegeszug. Geniale Tüftler und Konstrukteure in Untertürkheim entwickelten epochale Neuerungen. Wir lassen die 100 Jahre Unternehmensgeschichte in einer zehnteiligen Serie Revue passieren und stellen jene Erfinder und Tüftler Pioniere ihrer Zeit vor.

Heute: Karl Benz (auch Carl Benz)

Von Mathias Kuhn - Untertürkheimer Zeitung vom 24.6.2004

Dass hinter einem bedeutenden Mann oft eine starke Frau steht, bewahrheitete sich an jenem Augusttag 1888. Ohne das Wissen ihres Mannes Karl setzt sich Bertha Benz ans Steuer des von ihm konzipierten Patent-Motorwagens, lädt ihre Söhne Eugen und Richard ein und knattert von Mannheim in ihre Geburtsstadt Pforzheim und wieder zurück. Dies ist die erste Fernfahrt der Automobilgeschichte, die über damals unglaubliche 200 Kilometer geht. Mit diesem "Husarenritt" beweist die mutige Frau die Gebrauchstüchtigkeit des dreirädrigen Motorwagens. Es ist nicht das erste Mal, dass Bertha Benz ihrem Mann den Weg zum Erfolg ebnet.

Bertha Benz beim Benzinkaufen in der Apotheke
(Bild nachgestellt 1986)

Bertha Benz wagt mit ihren beiden Söhnen Eugen und Richard die erste Fernfahrt der Automobilgeschichte. Sie fährt mit
einem dreirädrigen Patent-Motorwagen die Strecke Mannheim - Heidelberg - Bruchsal - Durlach nach Pforzheim und zurück.

Carl Benz

Der Pionier des Automobilismus wurde am 25. November 1844 als Sohn eines Lokomotivführers in Karlsruhe geboren. Trotz begrenzter finanzieller Mittel sorgt seine Mutter dafür, dass er das Gymnasium besuchen und ein Studium aufnehmen kann. Sein Interesse gilt den Fahrzeugen. Doch der junge Benz bekommt einige Schwierigkeiten beim Start in die Selbstständigkeit. Mit seinem Partner, dem Mechaniker August Ritter, erwirbt er 1871 in Mannheim das Grundstück T 6, 11.

Die Firma Carl Benz und August Ritter, mechanische Werkstätten wird eingerichtet. Zwischen seinem Kompagnon und Benz kommt es allerdings bald zu Auseinandersetzungen; seine Braut Bertha Ringer muss für ihren Gatten schon früh auf Risiko setzen. Ihre Mitgift ermöglicht Benz die Auszahlung von Ritter. Wirtschaftlicher Erfolg ist dem Erfinder noch nicht beschieden. 1877 erlebt er die Pfändung seiner Werkzeuge. Er wendet sich dem Bau schnelllaufender Verbrennungsmotoren zu und experimentiert mit dem Zweitakt-Prinzip. An Silvester 1879 erlebt er seinen Knalleffekt: Er bringt seinen ersten, stationären Benzinmotor, einen Einzylinder Zweitakter, zum Laufen. Für technische Details seines Zweitakters erhält der Badener Patente für die Drehzahlregelung, die Schmierung und seine neu entwickelte, elektrische Batteriezündung.

Neuen Fahrzeug-Typ konstruiert


Bertha Benz und Karl Benz im vierrädrigen Patent-Motorwagen

Ruhiges Fahrwasser erreicht Benz erst, als er mit Max Rose und Friedrich Wilhelm Esslinger die Firma Benz & Co. Rheinische Gasmotoren-Fabrik gründet. Die materielle Sicherheit ermöglicht ihm, sich der Entwicklung eines Fahrzeugmotors zu widmen. Sein Ziel war es, einen Zwerg an Gewicht, aber einen Titanen an Kraft zu entwickeln. Von 1885 an setzt er auf das Viertaktprinzip nach Otto und löst mit der Summerzündung das elementare Problem der Zündung. Ausgehend von diesem Motor konstruiert er einen neuen Typ Fahrzeug: Motor, Fahrgestell und Antrieb bilden eine Einheit. Er greift auf die im Fahrradbau bewährte Leichtbauweise aus Stahlrohren mit Drahtspeichenrädern zurück und konzipiert ein Dreirad, das er erstmals 1886 auf Mannheims Straßen vorführt. Unter der Nummer 37435 bekommt das erste Automobil der Welt ein Patent. Von 1886 bis 1894 entstehen drei Varianten. Mit dem Patent-Motorwagen Modell 3 mit Holzspeichen, unternimmt seine Frau Bertha jene fast 200 Kilometer lange Tour.

Dies ist der Impuls zum Aufstieg von Benz & Cie. der damals größten Automobilfabrik der Welt. Der zweite Schritt zum Erfolg ist 1890 de Eintritt der welterfahrenen Kaufleute Friedrich von Fischer und Julius Ganßin das Unternehmen. 1893 führt Benz die Achsschenkel-Lenkung in den Fahrzeugbau ein und löst damit eines der drängendsten Probleme des vierrädrigen Automobils. Im Modell "Victoria-Wagen" setzt er die innovative Lenkung erstmals um. Verkaufsschlager wird der preisgünstigere und kompakte Benz "Velo", der erste Serienwagen der Welt. Innerhalb von acht Jahren setzt das Mannheimer Unternehmen 1200 Velos ab.

Weltrekord und Wendepunkt

Im Rekordjahr 1900 bauen 430 Mitarbeiter 603 Benz-Automobile - Weltrekord und Wendepunkt. Mit dem 1901 präsentierten neuen Mercedes, dem ersten Automobil der Welt, überflügelt die Daimler-Motoren-Gesellschaft den badischen Konkurrenten. Die Absatzkrise fordert Konsequenzen: Karl Benz und seine Söhne scheiden aus dem Vorstand aus. Benz gründet 1906 die Firma "Carl Benz Söhne" in Ladenburg. Im Gegensatz zu Gottlieb Daimler, der 1900 starb, erlebt Benz den Siegeszug des Automobils und auch den Zusammenschluss der Daimler-Motorengesellschaft und der Benz & Cie. mit. Am 28./29. Juni 1926 fusionieren die Traditionsunternehmen zu dem Spitzenunternehmen, das den Namen der Pioniere des Automobilbaus trägt: Daimler-Benz AG.

PIONIERE DER ZEIT

Aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des DaimlerChrysler Werks Untertürkheim startet die Untertürkheimer Zeitung die zehnteilige Serie „Pioniere der Zeit". Festgemacht an den Tüftlern und Erfindern im Hause DaimlerChrysler lassen wir hundert Jahre Geschichte des Motorenwerks Revue passieren.

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