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Luginsland ins Visier genommen

aus Cannstatter Rundschau vom 16.10.2002
Von Frederike Poggel

"Zwischen Reben und Mercedesstern" führt Werner Buthge am Sonntag, 27. Oktober 2002, die Teilnehmer seines Kurses. Der zweieinhalbstündige Rundgang der Volkshochschule (VHS) Stuttgart informiert über Historisches aus Luginsland und Untertürkheim.

Luginsland

Ein grauer Schieferstein in der Annastraße erinnert an das Wohnhaus der Familie Schlotterbeck, Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus. "Am 30. November 1944 wurden sie brutal hingerichtet", mahnt die Tafel. "Ein Haus weiter hat Willi Bleicher gewohnt, der Bezirksleiter der IG Metall", sagt Werner Buthge. Die vielen Arbeiter, die in Luginsland wohnten, haben den Stadtteil zur SPD-Hochburg gemacht - und rückten ihn damit scharf ins Visier der Nationalsozialisten.

Werner Buthge ist einer, der sich auskennt: 30 Jahre lang hat der 58-Jährige in Luginsland gelebt, ist mit dem Stadtteil eng verbunden. Seit acht Jahren ist er Fachbereichsleiter bei der Volkshochschule, organisiert und macht selbst Führungen.

Was der promovierte Literaturwissenschaftler seinen Zuhörern mit auf den Weg gibt, ist nicht die geballte Ladung eines Geschichtsbuches. "Im Gegenteil - gerade bei Jahreszahlen erwischen Sie mich auf dem falschen Fuß", sagt er und lächelt geständig. Vielmehr die Geschichte der Menschen, die Schicksale sind es, die diesen Rundgang ausmachen.

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Unter anderem führt Werner Buthge am "Schiff im Weinberg" vorbei, einem etwas windschief konstruierten Kindergarten in Luginsland. Foto: Frederike Poggel

Er beginnt in Luginsland, nahe dem "Anlägle", dem ehemaligen Zentrum der Siedlung. "Zwischen 1913 und 1923 ist der Stadtteil ursprünglich für Daimler-Angestellte entstanden", sagt der Kursleiter. Und weil die Aussicht von dort so schön ist, wurde die Siedlung Lug ins Land genannt.

Noch mehr gibt es zu sehen, noch viel mehr zu erklären. Und Werner Buthge ist ganz in seinem Element. "Früher waren hier rundherum Weinberge", sagt er und deutet auf die Gartenstadtkirche, die heute eingekeilt zwischen Wohnhäusern steht. Viele davon stammen aus den 50er Jahren, als wieder aufgebaut wurde. "Luginsland wurde im Zweiten Weltkrieg zu beinahe 70 Prozent zerstört", sagt Buthge. Das hat seine Gründe: Nicht viel mehr als einen Steinwurf entfernt ragt der Daimler-Komplex ins Neckartal. "Und als Rüstungsindustrie war es ein wichtiges Ziel", sagt Buthge. Unweit von dem sich drehenden Stern erinnert ein sandsteinfarbenes Gebäude an die Schokoladenfabrik Eszet. Daran vorbei geht der Rundgang weiter durch das Weingärtnerdorf, bis die Wanderung schließlich an der Untertürkheimer Stadtkirche endet.

Info: Wer an dem Rundgang am Sonntag, 27. Oktober 2002, teilnehmen möchte, kann sich unter Telefon 1 87 36 anmelden. Die Gebühr beträgt 5,50 Euro.

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