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Stuttgarter Zeitung, 06.09.1996
Stuttgarts Stadtoberhäupter im Wandel der Zeit

Stuttgarts Oberbürgermeisterwahlen

Einst von Königs Gnaden (ursprünglich Folge 9 und Schluss)

Wenn am 20. Oktober 1996 ein neues Stadtoberhaupt gewählt wird, kommt zugleich eine neue Variante des Wahlrechts auf den Prüfstand - ein geradezu historisches Ereignis: 33 000 Frauen und Männer, die aus EU-Ländern stammen und am Wahltag seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz hier haben, dürfen zum erstenmal an einer politischen Abstimmung mitwirken. Für sie gilt nicht nur das aktive Wahlrecht, sondern auch das passive. Ein EU-Ausländer hat sich bereits beworben. Die Meldefrist endet am 23. September 1996.

Wer freilich glaubt, diese tiefgreifende Änderung des Wahlrechts sei die allererste, der täuscht sich. Gerade der Modus für die Wahl des Oberbürgermeisters war in den zurückliegenden 200 Jahren immer wieder tiefgreifendem Wandel unterworfen. Daran zeigt sich zweierlei: Die kommunale Selbstverwaltung ist noch gar nicht so alt - die demokratische Faustregel "Jeder Bürger hat eine Stimme" ist sogar noch jünger.

Jahrhundertelang bestimmten Württembergs Könige und Herzöge, wer im Rathaus das Sagen haben durfte und wer nicht. Politik wurde kräftig gemacht - man könnte es auch Vetterleswirtschaft nennen.
Der Titel "Oberbürgermeister" stammt übrigens aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg. Damals währte die Amtszeit eines aus den Reihen des Magistrats oder der Gerichtsbarkeit gewählten Stadtoberhauptes nur zwei Jahre. Wiederwahl war mehrmals möglich. So gehörte ein Christoph Manz zwischen 1544 und 1583 dem Magistrat an und war in dieser Zeit nicht weniger als siebenmal Bürgermeister.
Um die amtierenden Bürgermeister von denjenigen zu unterscheiden, die nicht mehr in Amt und Würden waren, behalf man sich mit dem Zusatz "Ober" oder "Unter". Das gerade aktive Stadtoberhaupt trug die Bezeichnung "Oberbürgermeister". Wer nach seiner Amtszeit in die Reihen des Magistrats zurücktrat, hieß "Unterbürgermeister".
Im 18. und 19. Jahrhundert vergaben Herzöge und Könige den Ehrentitel "Oberbürgermeister", in aller Regel verbunden mit dem persönlichen Adel. Deshalb heißen alle Oberbürgermeister jener Epoche "von Soundso".

Wer in die Geschichte der Bürgermeisterwahlen schaut, dem fällt auf, dass Stuttgart in früheren Zeiten weitaus mehr Einwohner besaß als Wähler. Das lag beileibe nicht daran, dass es schon damals viele gab, die einfach zu Hause blieben. Im Gegenteil. Die allermeisten Einwohner besaßen schlichtweg kein Stimmrecht, weil ihnen das Geld fehlte oder sie nicht aus alteingesessenen Familien stammten. Von Bürgern im streng rechtlichen Sinne der damaligen Zeit konnte bei ihnen keine Rede sein.
Stimmberechtigt waren vor 1891 nur die sogenannten Gemeindebürger: Männer von mindestens 25 Jahren, die das "Gemeindebürgerrecht" besaßen. Dieses Recht erwarb der Mann durch Geburt, durch Eheschließung, durch Entrichten einer Gebühr oder durch Anstellung in der Verwaltung. Die Gemeindebürger durften jedoch nicht direkt wählen, sondern mussten dem König drei Bewerber vorschlagen - die Entscheidung lag dann immer beim Landesherrn.

Erst am 18. November 1891 gab es die erste unmittelbare Wahl durch die Gemeindebürger. Das Ergebnis mutet aus heutiger Sicht geradezu kurios an: Stuttgart hatte damals 140.000 Einwohner, doch Emil von Rümelin kam mit genau 9.441 Stimmen ins Amt.

Noch im Mai 1911, als Karl Lautenschlager Oberbürgermeister wurde, waren von den 290.000 Einwohnern nur 33.500 wahlberechtigt. Erst bei der Oberbürgermeisterwahl vom April 1921 durften die Frauen über 21 Jahren zur OB-Wahl ihre Stimmen abgeben. Stimmberechtigt war nur, wer seit mindestens einem Jahr in der Stadt wohnte. Die Wahlbeteiligung betrug nur 42,3 Prozent, was wohl an den schwierigen Zeiten lag, die nach dem Ersten Weltkrieg herrschten.

Streng betrachtet, entspricht eigentlich nur die OB-Wahl vom 26. April 1931, in der Karl Lautenschlager mit 69,7 Prozent im Amt bestätigt wurde, den demokratischen Gepflogenheiten, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg und seit der Gründung der Bundesrepublik üblich sind: 260 000 Bürger waren 1931 wahlberechtigt. 63,8 Prozent von ihnen gingen zu den Urnen. 1933 rissen die Nationalsozialisten auch im hiesigen Rathaus die Macht an sich und setzten den ersten demokratisch gewählten Oberbürgermeister Karl Lautenschlager im Handstreich ab. Erst 1948 gab es wieder eine demokratische Oberbürgermeisterwahl. tom

Stuttgarter Zeitung, 04.10.2004

1820 bekam die Stadt den ersten OB

Bis heute nur elf Amtsträger

Vor 184 Jahren ernannte König Wilhelm I. den neuen Stadtvorstand zum "Oberbürgermeister" - damals ein Ehrentitel. Seither gibt es diese Amtsbezeichnung. Die echte Volkswahl wurde 1891 eingeführt; 1921 folgte das Frauenwahlrecht auf Stadtebene. Eine Rückschau.

Von Thomas Borgmann

August Willibald Feuerlein: So hieß Stuttgarts erster OB. Der Sohn einer angesehenen Beamtenfamilie, 1781 hier geboren, war zugleich Landtagsabgeordneter und amtierte im Rathaus von 1820 bis 1833. In seine Zeit fallen der Bau des Wilhelmsplatzes, des Katharinenhospitals, des Kursaals und des Schlosses Rosenstein sowie die Eröffnung der Neuen Weinsteige. Feuerlein starb 1850.

Georg Gottlob Gutbrod: Der Sohn eines Metzgers, 1791 geboren, machte als OB Epoche. Er führte die Gasbeleuchtung ein, forcierte den Eisenbahnbau und das Schulwesen, förderte den Handel durch Messen. Vom König auf Lebenszeit als OB eingesetzt, amtierte er bis zu seinem Tod im Jahr 1861.

Heinrich von Sick: 1862 erlebte Stuttgart die erste OB-Wahl moderneren Zuschnitts. Sechs Kandidaten stellten sich, aber nur alteingesessene Bürger durften wählen. Der 39-jährige Oberjustizrat gewann mit 4259 Stimmen, obwohl die Stadt damals mehrere zehntausend Einwohner hatte. 1872 wurde er Innenminister und verließ das Rathaus. Später wurde er geadelt; Sick starb 1881.

Theophil Friedrich von Hack: Als enger Mitarbeiter seines Vorgängers erhielt der Sohn einer ärmlichen Familie aus der Nähe von Brackenheim bei der Wahl von 1872 6033 von 6145 abgegebenen Stimmen. Hack, Jahrgang 1843, galt als hochbegabt. Er führte Stuttgart von der verschlafenen Residenz zur Industriemetropole, in der Bosch und Daimler ihre bahnbrechenden Erfindungen machten. Hack opferte sich gesundheitlich auf und musste 1892 zurücktreten; er starb 1911.

Emil von Rümelin: Mit einer Denkschrift über "Die soziale Frage" hatte sich der gebürtige Ulmer (1846) als Sozialreformer profiliert, stand der SPD nahe und schuf die erste Alters- und Invaliditätsversorgung für die städtischen Mitarbeiter. Er gründete das erste städtische Arbeitsamt. Nach nur sechs Jahren starb er 1899 an Krebs.

Heinrich Gauß: Der gebürtige Stuttgarter, Jahrgang 1858, war als "besoldeter Gemeinderat" im Rathaus tätig. Er brachte seine Heimatstadt wesentlich voran: Gauß, von Hause aus Rechtsanwalt, ließ Gas- und Elektrizitätswerke kaufen, baute das Netz der Straßenbahn aus und gab einen neuen Stadtbauplan in Auftrag. Außerdem beteiligte er die Stadt am Bau des Hoftheaters und des Kunstgebäudes. Wie seine Vorgänger ruinierte auch er seine Gesundheit und musste 1911 sein Amt aufgeben; er starb 1921.

Karl Lautenschlager: Dieser ehrenwerte Mann aus dem konservativen Lager, Jahrgang 1868, wurde 1911 mit 13 154 Stimmen gewählt - und lange Jahre später unverschuldet zu einer tragischen Figur. Die Stuttgarter liebten diesen integren Kommunalpolitiker, der sie durch die Probleme des Ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise führte. 1921 und 1931 wurde er mit großen Mehrheiten wiedergewählt. Doch 1933 jagten ihn die Nazis aus dem Amt. Als der Krieg 1945 zu Ende war, war Lautenschlager 77 Jahre alt. Im September 1945 verlieh ihm der neue Gemeinderat die Ehrenbürgerschaft. Lautenschlager starb 1952.

Karl Strölin: Dieser stramme Nazi, Jahrgang 1890, übernahm 1933 als OB die Macht im Rathaus. Mehrfach reiste er zu Hitler, um Stuttgart ins rechte Licht zu rücken. So kam es zur "Stadt der Auslandsdeutschen". Als Strölin 1944 von den Gräueltaten an den Juden erfuhr, rückte er von den Nazis ab und übergab Stuttgart im April 1945 kampflos an die Franzosen. Doch Selbstkritik oder Bedauern äußerte Strölin nie. Er starb 1963.

Arnulf Klett: Der 1905 geborene Rechtsanwalt wurde zu einem Glücksfall für die Stadt. Strölin und andere schlugen ihn der französischen Besatzungsmacht als neuen OB vor. Die setzte ihn am 23. April 1945 ins Amt, die amerikanische Besatzungsmacht bestätigte ihn am 8. Oktober 1945. Klett trieb mit Fleiß und Einfallsreichtum den Wiederaufbau voran und prägte das neue Gesicht der im Krieg fast völlig zerstörten Stadt. Klett starb im August 1974 im Amt.

Manfred Rommel: Der Sohn des Generalfeldmarschalls Erwin Rommel, Jahrgang 1928, wurde im Spätherbst 1974 zu Kletts Nachfolger gewählt. Rommel hatte den Ministerpräsidenten Kiesinger und Filbinger als Mitarbeiter gedient und hatte zuletzt als Staatssekretär im Finanzministerium des Landes gearbeitet. Rommel amtierte bis 1996.

Wolfgang Schuster: Stuttgarts elfter OB seit 1820 stellt sich jetzt zur Wiederwahl.

Stuttgarter Zeitung, 04.10.2004

Seit 1945 nur sieben Wahlen und drei Amtsinhaber

Arnulf Klett schafft 1954 traumhafte 80 Prozent der Stimmen -
1974 die höchste Wahlbeteiligung mit 64,5 Prozent

Mit OB-Wahlen haben Stuttgarts Bürger wenig Erfahrung. Denn seit 1948 hat es nur sieben Wahlen mit zehn Urnengängen gegeben - und nur drei Amtsinhaber in knapp sechzig Jahren. Trotzdem verliefen die Wahlkämpfe und die Wahltage stets spannend, manchmal dramatisch.

Von Thomas Borgmann

"Ich bin Rechtsanwalt von Beruf und habe gerade das Schwabenalter erreicht." Mit diesem oft zitierten Satz stellte sich im April 1945 der neue Oberbürgermeister Arnulf Klett seinen Bürgern vor. Wenige Wochen nach der Kapitulation und dem Zusammenbruch des Dritten Reiches war an demokratische Wahlen noch nicht zu denken. Die französische Besatzungsmacht hatte den unbescholtenen Anwalt, der Nazigegner verteidigt und in Schutzhaft gesessen hatte, ins Amt eingesetzt. Als die Amerikaner Monate später die Franzosen ablösten, vertrauten die Klett und beließen ihn in seiner Position. Für alle Entscheidungen brauchte er die Erlaubnis der Militärregierung.

Erste Wahl 1948: Drei Jahre hatte Arnulf Klett amtiert, dann musste er sich zum ersten Mal der Bürgerschaft stellen. Am 7. März 1948 war es so weit. Zwei Kandidaten standen auf dem kleinen Stimmzettel: der parteilose Amtsinhaber und der Sozialdemokrat Josef Hirn, Bürgermeister und Stadtkämmerer. Knapp 285 000 Menschen waren stimmberechtigt - 16 700 Bürgern blieb wegen ihrer Nazivergangenheit das Wahlrecht noch verwehrt. Klett bekam 53,9 Prozent, Hirn 46,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,9 Prozent.

Zweite Wahl 1954: Sechs Jahre später, Stuttgart stand mitten im Wiederaufbau, blieb das Interesse der Bürger gering, denn alle wussten, dass Klett haushoch gewinnen würde. Sein Gegenkandidat Rudolf Kohl von der Kommunistischen Partei blieb chancenlos. Mehr als 390.000 Menschen waren stimmberechtigt, aber nur 40 Prozent gingen zu den Urnen. Klett erhielt traumhafte 80,0 Prozent, Kohl lediglich 13,3 Prozent. Doch weil man traditionell (bis heute) auch Leute wählen darf, die gar nicht auf dem Stimmzettel stehen, erhielt der Nazi-OB Strölin 5.600 Proteststimmen, der legendäre Reinhold Maier immerhin 2.225.

Dritte Wahl 1966: Warum es zwölf Jahre dauerte, ehe sich Klett erneut stellen musste, hängt mit der damals gültigen Kommunalverfassung zusammen: Die bestimmte landesweit, dass die erste Amtszeit des Bürgermeisters acht Jahre betrug, die zweite und jede weitere sogar zwölf Jahre. Erst in den Siebzigern wurde die Amtszeit generell auf acht Jahre reduziert.

1966 erlebte Stuttgart die erste wirklich spannende OB-Wahl, denn Arnulf Klett hatte sich einige Eskapaden geleistet: Daimler-Benz hatte ihm einen wertvollen Perserteppich geschenkt, den er erst nach allerlei Hickhack der Stadt überließ. Noch stärker hatte ihn der "Bürkle-Skandal" belastet. Im Kreditausschuss der Girokasse hatte Klett dafür gestimmt, einem befreundeten Unternehmer Millionen zu bewilligen - der ging trotzdem pleite, Klett wurde vor Gericht zu jahrelangen Zahlungen verurteilt.

Dennoch verzichteten CDU und SPD wegen der Verdienste des Nachkriegs-OB auf Gegenkandidaten. Dafür bewarben sich FDP-Stadtrat Manfred Nopper und Stadtrat Eugen Eberle, ein ehemaliger Kommunist, der als gebildeter Linker jahrzehntelang sogar Unterstützung von Bewohnern der Halbhöhenlage besaß. 420.000 Bürger waren stimmberechtigt, zum ersten Mal gab es die Briefwahl. Am 16. Januar 1966 erhielt Klett 54,8 Prozent, Nopper 28,6 Prozent und Eberle 15,8 Prozent. Doch wegen einer gesetzlichen Raffinesse war eine Neuwahl am 30. Januar vonnöten. Klett hatte zwar die absolute Mehrheit bekommen, aber er hätte zusätzlich mehr als ein Drittel aller stimmberechtigten Bürger auf sich vereinigen müssen. Weil aber nur 42,3 Prozent zur Wahl gegangen waren, fehlten ihm mehr als 43.500 Stimmen. Nachdem Eugen Eberle zurückgezogen hatte, sah das Ergebnis der Neuwahl so aus: Klett siegte mit 59,6 Prozent, Nopper bekam 39,5 Prozent - ein Resultat, dessen sich Manfred Nopper, längst bei der CDU, noch heute rühmt.

Vierte Wahl 1974: Nachdem Arnulf Klett im August gestorben war, erlebte Stuttgart seine erste, rein parteipolitisch geprägte Oberbürgermeisterwahl. Die CDU drängte den bis dato öffentlich unbekannten Manfred Rommel zur Kandidatur, den Stellvertreter von Finanzminister Robert Gleichauf.

Für die SPD ging der Bundestagsabgeordnete Peter Conradi ins Rennen, ein Parteilinker, der bei der Abstimmung zur Nominierung den eher konservativen Jürgen Hahn hinter sich gelassen hatte, den Ersten Bürgermeister und langjährigen Stellvertreter Kletts. Für die FDP trat der frühere Waiblinger OB und Stuttgarter Stadtrat Kurt Gebhardt an. Natürlich wollte auch "Remstalrebell" Helmut Palmer nicht fehlen. Insgesamt standen 14 Bewerber auf dem Stimmzettel.

Das Interesse war riesengroß, mehr als 400.000 Bürger waren stimmberechtigt, 64,4 Prozent gingen am 10. November 1974 an die Urnen. Für Rommel votierten 44,2 Prozent, für Conradi 31,2 Prozent, für Gebhardt 16,8 Prozent und für Palmer 2,7 Prozent. Also gab es am 1. Dezember 1974 eine Neuwahl, bei der Kurt Gebhardt verzichtete. Die Wahlbeteiligung steigerte sich ein wenig auf die Rekordmarke von 64,5 Prozent. Rommel siegte mit klaren 58,9 Prozent, Conradi musste sich mit 39,5 Prozent geschlagen geben. Helmut Palmer war über seine 0,7 Prozent sichtlich enttäuscht.

Fünfte Wahl 1982: Manfred Rommels erste Wiederwahl war im Grunde nur eine Formsache. Trotzdem gingen 62,7 Prozent der Stimmberechtigten an die Urnen. Der populäre OB, bereits bundesweit bekannt, erhielt am 7. November auf Anhieb 69,8 Prozent der Stimmen, sein junger SPD-Gegenkandidat Ulrich Maurer achtbare 24,7 Prozent. Der allererste Grünen-Bewerber, Stadtrat Guntram Ehrlenspiel, endete mit mageren 3,8 Prozent. Die Grünen hatten die kommunalpolitische Bühne gerade erst betreten.

Sechste Wahl 1990: Auf der Höhe seiner Karriere als bekanntester deutscher Kommunalpolitiker erzielte Manfred Rommel am 4. November ein Ergebnis, das an die hohe Zeit seines Amtsvorgängers Arnulf Klett erinnerte. Von den 380.000 Wahlberechtigten gaben nur 50,2 Prozent ihre Stimme ab - 71,7 Prozent davon wählten den Amtsinhaber, 20,7 Prozent den Grünen Rezzo Schlauch, Anwalt und Landtagsabgeordneter.

Siebte Wahl 1996: Als Manfred Rommel nach 22 Amtsjahren abtrat und zum Ehrenbürger ernannt worden war, folgte die spektakulärste OB-Wahl der Stadtgeschichte, noch stärker parteipolitisch geprägt als 1974. Rommel hatte in der CDU seinen Ziehsohn Wolfgang Schuster durchgesetzt, für die SPD trat der Landtagsabgeordnete Rainer Brechtken an, für die Grünen erneut Rezzo Schlauch. 394.000 Menschen waren stimmberechtigt, 53,2 Prozent beteiligten sich. Schuster erhielt 35,2 Prozent, Schlauch 30,6 Prozent, Brechtken nur enttäuschende 22,6 Prozent.

Vor der Neuwahl am 10. November 1996 warf plötzlich der damalige Pforzheimer OB Joachim Becker (SPD) seinen Hut in den Ring - ein Debakel für die Partei. Becker endete kläglich bei 3,4 Prozent, Brechtken bei 13,5 Prozent. Den erbitterten Zweikampf an der Spitze entschied Wolfgang Schuster mit 43,1 Prozent für sich - 8000 Stimmen dahinter Rezzo Schlauch mit 39,3 Prozent.

Stuttgarts Stadtoberhäupter im Wandel der Zeit

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