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OTTO LAUTENSCHLAGER
aus Blätter des Schwäbischen Albvereins Heft 4 1979 Seite 114+115

Über Ober- und Untertürkheim

Von all den Vororten Stuttgarts hat Obertürkheim die lieblichste Südlage. Das Wohngebiet breitet sich an der Mündung des Uhlbacher Tälchens ins breite Neckartal aus, im Talgrund heutigentags total verändert durch den zum Kanal ausgebauten Flußverlauf, umsäumt von Industrie-Betrieben, die, wenn auch teuer erkauft, ihren Mitarbeitern, soziale Sicherung bieten.

Das hierorts derart werktätig gewordene Tal überragen schön geformte Obst- und Weinberglagen. Am Berghang hinauf sind teilweise Weingärtner- und Landhäuser in den Gärten angelegt; dadurch haben diese Vororte, einschließlich Uhlbach mit dem Weinbau-Museum der Landeshauptstadt, noch vielfach idyllisch wohnlichen Charakter.

Diese früher einmal allgemein so köstlich gelegenen Wohngebiete dürften schon sehr früh besiedelt worden sein. Geht der Fußgänger in Obertürkheim vom Tal, wo einst die Römerstraße war, südöstlich die
gepflasterte Steige hoch, gelangt er vor dem Höhenort Rüdern auf einem Grasweg zur Anhöhe des Ailenbergs, der geruhsam emporragt über der Unruhe des Tales und der Gezeiten.
Hier wurde aus frühalemannischer Zeit um das Jahr 500 n. Chr. das früheste Grab der Gegend, ein Grab mit fürstlichen Beigaben im Jahr 1857 gefunden. Erneute Grabungen ergaben nochmals im Jahr 1978 reiche goldene Beigaben eines Fürstengrabes.

MelacturmVon der in verträumter Stille luftigen, aussichtsreichen Höhe des Ailenberges gibt es die Sage vom Schlurker, einem Wein- berggeist, der im Frühjahr unter Gerassel und Gelärm, gleich der Wilden Jagd, über das noch kahle Hügelhaupt fährt... Sein Erscheinen wurde als ein Zeichen für ein gutes Weinjahr gedeutet.

Die Gegend ringsum gehörte im früher Mittelalter den reichbe- güterten Grafen von Calw; Ober- und Untertürkheim be- nannt nach Thüringern, die hierorts angesiedelt wurden. Bald schon kamen die Orte an die Württemberger nahe ihrer Stammburg auf dem Roten Berg. In ihrem Schutz waren die Benediktiner des Klosters Hirsau und andere Klöster da begütert.

Eine Urkunde besagt: Der Graf habe eine Mühle samt Weinberg zu Ober-und Untertürkheim dem Kloster geschenkt. Dazu sei erwähnt, wie sich südöstlich von Untertürkheim der dem Roten Berg vorgelagerte Mönchberg rundlich erhebt; nahebei im Ort gibt es den sogenannten Mönchskeller.

Vielleicht gab es auch einmal über Obertürkheim, am Weg in die Weinberghöhen und hinauf zum Württemberg, dort wo den Ort die weißgetünchte Kirche im ummauerten Friedhof überragt, wie einst im Stuttgarter Tal, eine Urbanskapelle, dem Schutzpatron der Weingärtner geweiht? Aus jenen Zeiten wird berichtet, daß nach dem Abzug Kaiser Rudolfs von Habsburg, nach der Belagerung Stuttgarts im Jahr 1287, bei Obertürkheim ein Treffen zwischen dem württembergischen Grafen Eberhard und der Freien Reichsstadt Esslingen stattgefunden habe. Diese kriegerischen Auseinandersetzungen nahmen durch Jahrhunderte kein Ende; in den Städtekriegen brannten die Reichsstädter die Ortschaften nieder, zerstörten die Weinberge und Obstgehölze, und es entstand gegenseitig immer wieder großer Schaden.

MelacturmDie Grenze des Stadtgebiets von Esslingen verläuft ja heute noch bis hinunter zum Bachgrund vom Asang zwischen Uhlbach und Obertürkheim, deshalb gehört seit alters auch der schon genannte Ailenberg zu Esslingen. Auf dieser Berghöhe sei einmal eine Burg gestanden mit dem Ausguck der Reichsstädter gegen die Württemberger und deren Feste auf dem Roten Berg.

Im Spätmittelalter baute dann auf dem Ailenberg ein Bürgermeister der Reichsstadt den heute noch vorhandenen Wartturm, im Volksmund Melacsturm geheißen, in Erinnerung an den französischen General, der 1688 mit seiner Heerschar die Reichsstadt besetzt hielt.

Auch im alten Ortskern Obertürkheims gibt es die nach der Vertreibung des Herzogs Ulrich 1519 erbaute hochgelegene alte Kelter. Somit sind wir nochmals beim Köstlichsten, was neben den Beeren und dem Tafelobst über Ober- und Untertürkheim an den Halden hochhinauf gedeiht: Beim Wein, den die Ausflügler und die Einheimischen gerne trinken. Das sind die Trollinger und Urban mit ihrem kernigen und würzigen Aroma, dem Bodengfährtle, erinnernd an die roterdigen Keuperhänge, die im Frühjahr in Rosa- und Silberblüten erglänzen, und im Herbst festlich golden im Nebelduft.

Foto:Melac-Turm - Enslin

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