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50 Jahre Evangelische Wallmerkirche 1954 - 2004
Stuttgart - Untertürkheim

PLANEN UND BAUEN

Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt. PS 26,8
Wallmerkirche Heimatbuch 1985
Umgeben von den Bäumen und Grünflächen des Kirchgartens steht die Wallmerkirche wie in einer grünen Oase zwischen Wallmer-, Schlotterbeck- und Lindenfelsstraße. Ihr Standort - sozusagen auf der "Grenze" zwischen dem alten Ortskern und dem erst später hinzugewachsenen Wohngebiet "Wallmer" wies ihr von Anfang an eine wichtige Aufgabe zu: Verbindungsglied zu sein zwischen beiden Ortsteilen und ihrer Bevölkerung.

Wallmerkirche Erbaut 1953/54 als sog. Gemeindehauskirche sollte sie ursprünglich geräumiges Gemeindehaus für die Gesamt- kirchengemeinde sein, wurde jedoch wegen der schnell wachsenden Bevölkerung bald als dritte Untertürkheimer Kirche gebraucht. Übrigens: Der Name "Wallmerkirche" geht nicht zurück auf eine Person dieses Namens, sondern ist eine alte Flur- oder Gewannbezeichnung.

Die Pläne für den Bau dieser Kirche gehen zurück bis ins Jahr 1905 als die Kirchengemeinde Untertürkheim mit der Suche nach einem Bauplatz für eine (damals) zweite Kirche begann. Geplant war, dass bis 1917, dem 400. Gedenkjahr der Reformation, eine "Lutherkirche" entstehen sollte.
Doch der 1. Weltkrieg vereitelte alle Pläne. Der schon ange- sammelte Baufonds verfiel bald durch die Inflation. Lediglich ein Bauplatz auf dem Gewand "Äckerle" konnte 1917 erworben werden und war vielleicht so etwas wie ein Hoffnungsträger für die spätere Umsetzung der Pläne.

Wallmerkirche 1952 war es dann so weit: "Der Kirchen- gemeinderat der evang. Kirchengemeinde Stuttgart-Untertürkheim hat beschlossen, dieses Haus zu errichten zu Lob und Preis Gottes, des allmächtigen Herrn und zur Verkündigung Seines heiligen Wortes im Evangelium. von Jesus Christus, dem Heiland und Erlöser der Menschheit. Wir bauen dieses Haus mit der Bitte, dass der Heilige Geist hier eine Gemeinde sammle, erleuchte und heilige und bei Jesus Christus im rechten, einigen Glauben erhalte. Seine Gemeinde soll in diesem Hause eine Heimat haben, solange diese Weltzeit dauert."

So formulierte es der Kirchengemeinderat in der Urkunde zur Grundsteinlegung am 11.November 1953. Die Gemeindeglieder wurden zu einer "Gemeindebauhilfe" aufgerufen. Und innerhalb eines Jahres wurden so 41.000 DM zusammengetragen.

Wallmerkirche GRUNDSTEINLEGUNG

Im September 1953 war Baubeginn mit dem ersten Spatenstich durch die Firma Prinzing. Die planende Bauleitung lag in Händen von Baurat a.D. Dr. W. Zoller, vor Ort begleitete die Baumaßnahmen der Untertürkheimer Architekt Fritz Thurner.

Am 14. November 1953 konnte dann der Grundstein gelegt werden, Richtfest wurde am 27. Februar 1954 gefeiert. Die Einweihung wurde schließlich am 10. Oktober 1954 feierlich begangen.

Wallmerkirche GLOCKENKLANG

Zwei Glocken trägt das zierliche Türmchen der Wallmerkirche: eine Betglocke und eine Kreuzglocke.

Als Inschriften bekamen sie die Kirchentagslosungen der Jahre 1953 und 1954 eingeprägt: "Werft euer Vertrauen nicht weg" und "seid fröhlich in Hoffnung". Sie wurden in der Stuttgarter Glockengießerei Kurtz hergestellt und auf die Töne "gis" und "h" gestimmt. Am 8. Juli 1954 wurden sie im Turm angebracht.

UND ORGELTON

1958 konnte eine Orgel realisiert werden: Die Firma Friedrich Weigle aus Echterdingen baute 20 Register, verteilt auf 2 Manuale und Pedal. 2001/02 wurde die Orgel von Orgelbaumeister Michael Mauch (Leonberg) turnusgemäß überholt. Dabei wurde ein Teil der bis dahin umständlich angelegten Mechanik sowie der innere Aufbau der Orgel tiefgreifend verändert. Durch die Erweiterung um ein weiteres Register, das Umstellen eines Registers und den Austausch von 4 Registern wurde auch das Klangbild neu konzipiert. Wie schon der Bau der Orgel wurde auch der Umbau innerhalb kurzer Zeit fast vollständig durch Spenden finanziert.

Wallmerkirche Das Hauptwerk mit 8 Registern (660 Pfeifen) steht vorne und wird vom ersten Manual gespielt. Es enthält das klangliche"Rückgrat" der Orgel, das orgeltypische "Pleno", wie auch zahlreiche Möglichkeiten für Solostimmen. Das Positiv (7 Register mit 392 Pfeifen, 2. Manual) fungiert als "Verkleinerung" des Hauptwerks und enthält unter anderem dezente Begleitstimmen.

Das Pedal ist mit 6 Registern (270 Pfeifen) selbständig ausgebaut und kann daher sowohl Baß- als auch Melodiefunktion übernehmen. Die Orgel ist (bis auf die elektrische Pedalregistratur) die einzige vollmechanische Orgel Untertürkheims.

Ihre Aufstellung vorne bewährt sich bei Konzerten in einer guten Verbindung mit Chor und Orchester, und durch sie besteht im Gottesdienst ein persönlicherer Kontakt zur Gemeinde.

Wallmerkirche LICHTRAUM

Der Innenraum unserer Kirche wirkt mit seiner Weite, seinem Holzboden und der Holzdecke sowie durch die Fenster an beiden Seiten hell und freundlich - "wie ein großes Wohnzimmer", sagte einmal eine Besucherin.

Große oder alte Kunstschätze hat unsere Kirche nicht zu bieten. Aber das, was es gibt, ist es wert, erwähnt und beachtet zu werden.





Wallmerkirche Wallmerkirche Wallmerkirche
Chorfenster, Altarkreuz und Wandteppiche - alle wurden entworfen durch den Professor der Stuttgarter Kunstakademie Rudolf Yelin.

KIRCHENFENSTER

Das Chorfenster in hellen Grau- und Brauntönen führte die Stuttgarter Glasmalerei Saile aus. Es zeigt (von unten nach oben) drei biblische Darstellungen: die Sturmstillung, die Heilung eines Blinden und die Auferweckung des Lazarus. Für die Gemeinde wird hier ins Bild gesetzt, daß Jesus uns in den "Stürmen des Lebens" zur Seite steht, daß er uns "die Augen öffnet" für Gottes Macht und uns eine Hoffnung schenkt, die stärker ist als der Tod.

BOTSCHAFT IN BILDERN

Die Auferweckung des Lazarus.

Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank. Wallmerkirche Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank. Als Jesus das hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde. Als Jesus kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen. Als Marta nun hörte, dass Jesus kommt, geht sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird - bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt;

Die Heilung des Blinden von
Jericho.

Und sie kamen nach Jericho. Und als er aus Jericho wegging, er und seine Jünger und eine große Menge, da saß ein blinder Bettler am Wege, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Und als er hörte, daß es Jesus von Nazareth war, fing er an, zu schreien und zu sagen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und viele fuhren ihn an, er solle stillschweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich! Da warf er seinen Mantel von sich, sprang auf und kam zu Jesus. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was willst du, daß ich für dich tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, daß ich sehend werde. Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.

Die Stillung des Sturms.

Und er stieg in das Boot, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, so dass auch das Boot von Wellen zugedeckt wurde. Er aber schlief. Und sie traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf, wir kommen um! Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer. Da wurde es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind?

DIE WANDTEPPICHE

Drei Wandteppiche, je 2,60 mal 0,90 m groß, zieren die Wand neben der Kanzel. Auch sie wurden von Professor Rudolf Yelin entworfen und von der Paramentenwerkstätte der Ev. Frauenarbeitsschule kunsthandwerklich ausgeführt. Die Gestalten auf den Teppichen stellen die drei biblischen Erzengel Gabriel, Michael und Raffael dar.
Wallmerkirche Wallmerkirche Wallmerkirche
Gabriel (hebr. Stärke Gottes) ist der Bote Gottes, der Engel der Verkündigung und Überbringer der heilsgeschichtlichen Botschaften. Er trägt den Boten - oder Kreuzstab, seit dem späten Mittelalter auch den Lilienzweig als Zeichen der Reinheit Marias.

Auf dem mittleren Teppich sehen wir den Erzengel Michael, Hüter Israels und Schutzherr der Kirche. Als (apokalyptischer) Drachentöter ist er der Sieger über alle finsteren, zerstörerischen Mächte (Offb 12,7-9).

Zuletzt ist da Raphael (hebr. Gott hat geheilt). Von ihm erzählt das kleine biblische Buch Tobias. In der Gestalt eines Reisegefährten beschützt er den jungen Tobias auf dessen gefahrvoller Reise. Er lehrt ihn eine Arznei aus der Leber eines Fisches zu gewinnen, die seinen blinden Vater heilen wird. Deshalb gilt Raphael als der Herr der heilenden Kräfte.

  Quellen:
Text: Faltblatt, 8 Seiten mit Zeichnungen (Wallmerkirche), Iris und Wolfgang Sönning
Fotos:1- Heimatbuch Untertürkheim 1985, Klaus Enslin - Januar 2004
 

Untertürkheim feiert: 50 Jahre Wallmerkirche

Kirchbau erst nach einigen Anläufen im Jahr 1954 - Großes Festwochenende steht an - Stuttgarter Wochenblatt vom 7.10.2004

Mit einem Festwochenende am kommenden Samstag, 9. Oktober, und Sonntag, 10 Oktober, feiert die Wallmerkirche in Untertürkheim, Wallmerstraße 63, ihr 50-jähriges Bestehen. Zu den Feierlichkeiten sind auch die ersten Täuflinge, Konfirmanden und Hochzeitspaare der Kirche eingeladen.

UNTERTÜRKHEIM - Den Namen hat die Kirche von der einstigen Untertürkheimer Siedlung übernommen: Zwischen Weinbergen und Bahnlinie ist die Landschaft walmartig aufgewölbt. "Die Geschichte der Wallmerkirche ist ein besonderes Stück Geschichte von Untertürk-heim", sagt Pfarrer Wolfgang Sönning. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts entstand in Zeiten der Industrialisierung eine rasch wachsende Arbeitersiedlung. "Die Zahl der Gemeindemitglieder stieg, doch erst nach einigen Anläufen gelang es 1954 eine Kirche zu bauen, ursprünglich als Gemeindehaus geplant." Spatenstich war im September 1953, die Einweihung am 10. Oktober 1954. Professor Rudolf Yelin hat das Chorfenster und das Metallkreuz gestaltet.
Heute leben in der einstigen Arbeitersiedlung überwiegend ältere Menschen und ausländische Mitbürger. "Junge Familien ziehen weg, weil die Wohnungen zu klein werden".

Strukturen, mit denen Pfarrer Sönning zurechtkommen muss und deshalb neue Ideen entwickelt. Mit einer Gruppe engagierter ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstand etwa die Veranstaltungsreihe "Männervesper" oder die Ausstellung "Ostergarten". Es gibt aber auch Bewährtes wie den Konfi-Treff und die Mutter-Kind-Treffen.

"Wir wollen deutlich machen, dass wir da sind und dass wir gut sind", sagt Sönning und verweist auch auf die "Marktstube", seit 30 Jahren ein fester Bestandteil im Gemeindeleben während des jährlichen Wallmermarktes.

Das Festprogramm

Geschichten von Grafen, Herzögen, Königen und ihren Frauen, erzählt Dr. Gerhard Raff in seinem Vortrag "Hie gut Württemberg allewege" am Samstag, 9. Oktober, um 20 Uhr. Der Sonntag, 10. Oktober, beginnt um 9.45 Uhr mit einem Dankfestgottesdienst. Die Predigt hält der frühere Esslinger Dekan Klaus Scheffbuch, der einst Vikar an der Wallmerkirche war.

Um 11 Uhr eröffnet der Vorsitzende des Untertürkheimer Bürgervereins, Eberhard Hahn, die Ausstellung "50 Jahre Wallmerkirche" mit Fotos und Texten.

Das Familienprogramm um 14.30 Uhr bietet Unterhaltung bei Kaffee und Kuchen, Kleinkunst, Artistik und Jonglage mit dem Zauberkünstler Mr. Joy. Martin Maier (Trompete) und Irene Ziegel (Orgel) spielen um 19 Uhr Werke von Manfredini, Vivaldi und anderen Komponisten.

Fest und Ausstellung zum 50. Jubiläum

Untertürkheim: Großer Besucherandrang zum 50. Geburstag der Wallmerkirche
Untertürkheimer Zeitung vom 11.10.2004

(mr) - Mit einem großen Fest feierte die Untertürkheimer Wallmerkirche am Wochenende ihren 50. Geburtstag. Im Anschluss an den feierlichen Dankgottesdienst eröffnete Eberhard Hahn, Vorsitzender des Bürgervereins, die Ausstellung „50 Jahre Wallmerkirche".

Das Fest begann am Samstagabend mit Historiker Gerhard Raff, dessen Vortrag über Grafen, Herzöge, Könige und deren Frauen den Besuchern auf spannende Art die Geschichte Württembergs und besonders die Untertürkheims näher brachte. Der Erlös dieser Veranstaltung ist für die Renovierung der historischen Schulze-Orgel in der Partnergemeinde im thüringischen Meu-selbach bestimmt.

Der Sonntag begann dann morgens mit einem Erntedank- und Dankgottesdienst, der von Dekan in Ruhestand Klaus Scheffbuch gehalten wurde, wozu die Kirche festlich geschmückt wurde und neben den üblichen Erntedankgaben vor dem Kreuz ein Riesentrauben von der Decke herab hing. Den vor genau 50 Jahren war am 10. Oktober 1954 die Wallmerkirche nach knapp einjähriger Bauzeit eingeweiht worden. Die Kirche zählte damals 3000 Mitglieder. Der helle Kircheninnen-raum mit Chorfenstern, Altarkreuz und Wandteppichen die biblische Szenen nachstellen war übrigens vom Professor der Stuttgarter Kunstakademie, Rudolf Yelin, gestaltet worden.

Zahlreiche Gratulanten

Das wurde von der Gemeinde und den anwesenden Festgästen mit entsprechenden Grußworten, die teilweise auch als Filmbeiträge eingespielt wurden, gewürdigt. So kam unter anderem der damalige Maurerlehrling Otto Weber zu Wort, der am Bau der Kirche mitgewirkt hatte. Er zitierte ein Gedicht, das seine Mutter damals zur Einweihung verfasst und vorgetragen hatte. Auch Untertürkheims Bezirksvorsteher Klaus Eggert überbrachte seine Glückwünsche und die der Stadt Stuttgart an die Gemeinde.

Von der Nachbargemeinde, der Gartenstadtkirche Luginsland, bekam die Gemeinde eine junge Eiche für ihren Kirchengarten geschenkt. Auch die Partnergemeinde aus Thüringen übermittelte Geburtstagsgrüße. Von der katholischen Nachbargemeinde gab es eine Spende für die Renovierungsarbeiten. Im Anschluss an die Laudatoren eröffnete Eberhard Hahn, der erste Vorsitzende des Bürgervereins Untertürkheim, seine Ausstellung „50 Jahre Wallmerkirche" und korrigierte Pfarrer Sönning gleich dahingehend, dass die Gemeinde Untertürkheim eigentlich schon 100 Jahre alt sei. An Glasvitrinen und Stellwänden können sich die Kirchenbesucher über die bewegte Kirchengeschichte anhand von Bildern und erklärenden Texten informieren. Im Anschluss gab es von der Weinmanufaktur gestifteten Wein wie das - so im Kirchenbuch vermerkt -auch schon vor 50 Jahren gewesen sei. Bei neuem Wein und salzigem Kuchen konnten dann Fragen beantwortet und Gesprächen geführt werden.

Am Nachmittag trat mit Mr. Joy der christliche Zauberkünstler auf, der bei Kaffee und Kuchen den großen und kleinen Gästen seine erstaunlichen Nummern vorführte. Als Abschluss gab es dann am Abend noch ein festliches Konzert für Trompeten und Orgel. Martin Maier, Klaus Peiffer und Irene Ziegler gaben Werke von Manfredini, Vivaldi und Aldrovandini zum Besten. Über den Zulauf hatten sich die Hausherren, das Pfarrerehepaar Sönning besonders gefreut.

Schaut der Hahn Richtung Stadt, wird das Wetter schlecht

Die Wallmerkirche in Untertürkheim wird 50 Jahre alt -
„Sie ist Teil meiner Kindheit"

Das Gotteshaus als spannender Nachbar und zeitgemäße Institution:
Zum 50-jährigen Bestehen der Wallmerkirche in Untertürkheim wirft mit Wolfgang Stark einer der ersten Täuflinge einen Blick auf die Geschichte - und Pfarrer Wolfgang Sönning schaut in die Zukunft.

Von Arlane Wölpper - Stuttgarter Zeitung vom 11.10.2004

Gut, an seinen ersten Besuch der Wallmerkirche kann sich Wolfgang Stark nicht mehr erinnern. Das wäre aber auch ein rechtes Kunststück. Schließlich war er damals knapp zwei Monate alt und wurde getauft - als einer der Ersten in dem im Oktober 1954 eingeweihten Gotteshaus. Dafür sind die Erinnerungen des heute 49-Jährigen an seine Kindheit umso lebendiger. „Sie ist Teil meiner Kindheit! Im Haus direkt gegenüber bin ich aufgewachsen", erzählt der Mundelsheimer, der gestern anlässlich der Feierlichkeiten rund um das 50-jährige Bestehen der Wallmerkirche in seine alte Heimat Untertürkheim zurückgekehrt ist.

Mehr als 20 Jahre seines Lebens hat er in der Nachbarschaft der Kirche verbracht, verändert habe sich kaum etwas, meint Stark. Zum Beispiel auch nicht die Tatsache, dass er das Glockenläuten nicht wirklich wahrnimmt. „Wenn wir Besuch hatten, dann haben die Gäste oft gefragt, wie wir das aushalten", erzählt der Diplom-Finanzwirt. „Wir haben das aber gar nicht mehr gehört." Das Läuten habe genauso dazugehört wie das regelmäßige Beobachten von Hochzeiten, an die sich Wolfgang Stark gern erinnert. „Ganz wichtig war für uns außerdem immer der Hahn auf der Turmspitze", sagt Stark weiter: „Schaute er Richtung Stadtmitte, wurde es schlechtes Wetter. Schaute er zu uns herüber, konnten wir unsere Badesachen packen." Und auch um die Uhrzeit zu erfahren, habe stets ein kurzer Blick aus dem Wohnzimmerfenster gereicht.

Ein Anblick, an den sich seine Eltern und Großeltern allerdings erst noch gewöhnen mussten. Im Jahr 1936 hat Starks Großvater das Haus mit Aussicht auf Gärten gebaut, vom Spatenstich für den Kirchenbau im Jahr 1953 sei er alles andere als begeistert gewesen, sagt der Enkel, weil klar gewesen sei, dass die Kirche viel Licht schlucken würde.

Seine Mutter Wilhelmine Stark erinnert sich noch daran, wie sich die Bauarbeiter damals in ihrem Lebensmittelladen im Haus aufgewärmt hatten - und wie sie sich wegen der Aussicht lieber ein Flachdach auf der Kirche gewünscht hätte: „Aber dann dachte ich mir, dass eine Kirche als Nachbar besser ist als eine Discothek oder eine Gaststätte", sagt die 85-Jährige.

Dabei war das Gebäude zunächst gar nicht als Kirche geplant. Erbaut wurde sie als so genannte Gemeindehauskirche und sollte ursprünglich ein geräumiges Gemeindehaus für die Gesamtkirchengemeinde sein. „Die Geschichte der Wallmerkirche ist ein besonderes Stück Geschichte von Untertürkheim", sagt der Pfarrer Wolfgang Sönning. Da in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts in Zeiten der Industrialisierung eine rasch wachsende Arbeitersiedlung entstand, wurde der Bau schnell als dritte Untertürkheimer Kirche gebraucht.

Den Namen hat die Kirche von der einstigen Untertürkheimer Siedlung übernommen: Zwischen Weinbergen und Bahnlinie ist die Landschaft walmartig aufgewölbt. Das Jubiläum ist für den Pfarrer Sönning auch Anlass, einen Blick nach vorne zu werfen. Heute leben in der einstigen Arbeitersiedlung überwiegend ältere Menschen und ausländische Mitbürger. Junge Familien würden wegziehen, weil die Wohnungen zu klein werden, beschreibt der Pfarrer die Strukturen, mit denen er heutzutage zurechtkommen muss.

Also hat er neue Ideen entwickelf. So sei mit einer Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter beispielsweise die Veranstaltungsreihe „Männervesper" entstanden. Es gebe aber auch Bewährtes wie den Konfitreff und die Mutter-Kind-Treffen. „Wir wollen deutlich machen, dass wir da sind und dass wir gut sind", betont Sönning.

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 Evangelisches Pfarramt der Stadtkirche und Wallmerkirche Untertürkheim

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Fax: 0711/330659

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