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Im Sommerbesen von Inge und Gerhard Zaiß - von Blumen umgeben

FassÜber den Köpfen hängen üppig blaue Trauben, umgeben sind die Gäste von Pflanzen: Oleander, Kanna, Dahlien in allen Formen und Farben blühen, dazwischen finden sich Zitronenbäumchen und Palmen. Auf der Terrasse von Inge und Gerhard Zaiß gefällt es den Gästen so gut, dass der Sommerbesen inzwischen Hauptsaison für das Wengerter-Ehepaar ist.

UNTERTÜRKHEIM - Stuttgarter Wochenblatt vom 26.8.2009

"Gell, das ist ein Traum!", sagt eine Besucherin, als sie die fotografierende Presse bemerkt.Bei der Pflanzenpracht auf ihrer Terrasse könne man sich glatt den Besuch auf dem Killesberg sparen, haben Gäste schon öfter zu Inge Zaiß gesagt. Sie hat erstens einen grünen Daumen und zweitens einen Mann, der ihr beim Gießen hilft. "Ich mag Blumen unheimlich", sagt die Chefin. Eine Menge Arbeit machen die Kübelpflanzen schon. Aber schließlich habe man auch selbst Freude dran, umso mehr, als die Arbeit im Weinberg nicht viel Zeit für Ausflüge lasse. Tochter und Schwiegersohn von Inge und Gerhard Zaiß leben zwar im Haus, haben aber andere Berufe und zwei noch kleine Kinder. Trotzdem packen sie mit an und werden wohl später den Besen weiter betreiben, jedoch keinen Weinbau im großen Stil.

Deshalb haben die Eltern ihren Betrieb in den vergangenen Jahren nahezu halbiert, womit sie noch immer mehr als genug zu tun haben, denn jetzt schaffen sie das Ganze alleine, ohne Saisonarbeiter. Auf der Karte stehen überwiegend trockene und halbtrockene Weinen, vom Riesling über den Muskattrollinger bis zum Merlot aus dem Barriquefass.

Schon seit dem 16. Jahrhundert betreibt die Familie Weinbau, Inge und Gerhard Zaiß haben sich nach der Übernahme vor 35 Jahren als Selbstvermarkter selbständig gemacht. Die Gäste wollen Auswahl, wissen sie, heute wird weniger, aber gezielter getrunken. Zurzeit gehe der Trend "ein bisschen von den ganz schweren Weinen weg", ist der Eindruck von Inge Zaiß, und der Trollinger, der natürlich auch auf ihrer Karte steht, sei wieder im Kommen.

Ganz wichtig ist auch die Speisenauswahl: "Heute muss man mehr bieten als ein Vesper." Die Chefin macht gelegentlich selbst die Küche, ist aber meistens draußen bei den Gästen. Dann steht ein gelernter Koch am Herd und bereitet unter anderem Rahmsauerbraten mit Knödeln, Pfifferlinge, eine Tomate-Mozzarella-Platte, geschmorte Schweinsbäckle, Goldbarschfilet, Kässpätzle oder eine Winzer-Gulaschsuppe zu. Im Service sind freundliche Studentinnen beschäftigt, die meist über mehrere Jahre bleiben. Und eben Inge Zaiß, die in jedem Ohr einen goldenen Trauben als Schmuck trägt. Ob er für eine Wandergruppe auf der Terrasse reservieren könne, fragt jetzt ein Gast. "Am besten von unterwegs anrufen, dann sag ich, wie"s aussieht und kann vielleicht kurzfristig freihalten", rät die Chefin.
Von Karin Ait Atmane

* http://www.weingutzaiss.de/

Die Kunst, einen Nachfolger für ein Weingut zu finden

Stuttgarter Zeitung vom 3.6.2004:
Wengerter in Stuttgart: Gerhard Zaiß geht auf das Rentenalter zu und weiß nicht, wie es mit seinem Betrieb weitergeht

Stuttgart und Wein - das hat Geschichte, aber wie sieht die Zukunft aus? So mancher Wengerter sucht aus Altersgründen einen Nachfolger. Dass der aber nicht so leicht zu finden ist, diese Erfahrung macht gerade der Untertürkheimer Gerhard Zaiß, der kommendes Jahr 65 wird.
Foto Michael Steinert


  Gerhard Zaiß fährt am liebsten mit seinem Unimog, Baujahr 1957, in seine Weinberge. Den Unimog würden ihm viele
  gerne abkaufen, beim Weingut wird es schwieriger.

Stuttgarter Zeitung vom 3.6.2004: Von Jürgen Brand

Allgemeines: Gerhard Zaiß ist stolz auf sein kleines Weingut am Rande Untertürkheims. Seine Weinberge liegen in unmittelbarer Nähe - um sie zu erreichen, muss er mit seinem Unimog nicht einmal auf die Hauptstraße fahren. In seinen Tanks im 1980 erweiterten Keller könnte er 100000 Liter Wein lagern, tatsächlich produzieren er und seine Frau aber deutlich weniger. Das Gut ist mit allen erforderlichen Maschinen ausgestattet, egal ob Pressen, Filter oder Abfüllanlage. Letztere wird seit vergangenem Jahr aber nicht mehr benutzt, obwohl sie einwandfrei arbeitet. Das Problem sind die Korken. Zaiß: „Die Qualität der Korken wird immer schlechter. Und viele Gastronomen haben uns gesagt: Wenn du keine Schraubverschlüsse hast, können wir dir deinen Wein nicht mehr abnehmen." Also bestellte Zaiß sich im vergangenen Jahr eine mobile Abfüllanlage für Flaschen mit Schraubverschluss. Natürlich könnte er seine eigene Anlage auch umrüsten. Das würde aber mehr als 30 000 Euro kosten. Und solange er nicht weiß, wie es mit seinem Betrieb weitergeht, will er das Geld nicht investieren.

Gerhard Zaiß erreicht im kommenden Jahr das Rentenalter. Seine Frau ist einige Jahre jünger, arbeitet im Weinberg kräftig mit, die Besenwirtschaft ist sowieso ihr Bereich. Was den beiden fehlt, ist ein Nachfolger, der das Weingut weiterführt. Ihre Tochter Simone Mack, die dieser Tage Nachwuchs erwartet, war vor zehn Jahren württembergische Weinkönigin, interessiert sich natürlich auch für den Weinbau - ist von Beruf aber Chemikerin. Auch sonst gibt es in der Verwandtschaft offenbar niemand, der als Nachfolger in Frage kommt.

Ein Nachfolger ließe sich vielleicht leichter finden, wenn das Problem mit der Besenwirtschaft nicht wäre. Das Weingut ist ein Aussiedlerhof, der Besen kann also nach Stuttgarter Rechtslage nicht als ganz normale Gaststätte konzessioniert werden. Vor mehr als 30 Jahren, als der Besen gebaut wurde, nahmen die Behörden ihn so ab, wie er war, mit 80 Plätzen, später kam noch die Gartenterrasse dazu. Seit einiger Zeit achten die Behörden aber strikt darauf, dass nur noch 40 Sitzplätze angeboten werden. Zaiß: „In anderen Anbaugebieten ist die Konzession im Außenbereich kein Problem. Nur in Stuttgart funktioniert das nicht. Warum nicht, wissen wir auch nicht." Mit einer Konzession könnten nicht nur mehr Sitzplätze angeboten werden, auch ein flexiblerer Umgang mit den Öffnungszeiten wäre möglich, die Rendite könnte erhöht - und eben vielleicht auch ein Nachfolger gefunden werden.

Grunddaten: Die Familie Zaiß baut auf rund 3,8 Hektar Wein an, Rot- und Weißwein halten sich dabei die Waage. Je etwa 30 Prozent sind Riesling und Trollinger, der Rest sind Spätburgunder, Lemberger, Dornfelder, Muskat-Trollinger, Müller-Thurgau, Kerner und Gewürztraminer. Ganz neu im Angebot ist Merlot, von dem der Jahrgang 2003 noch im Barrique reift. Die Rebflächen sind in den Lagen Untertürkheimer Altenberg, Untertürkheimer Mönchberg und Rotenberger Schlossberg. Die Rotweine werden schonend auf der Maische vergoren. Das Weingut verkauft seine Erzeugnisse zu je einem Drittel im Besen, im Verkauf ab Hof und in der Gastronomie. Der Großhandel spielt keine Rolle.

Die Weine: Der Jahrgang 2003 reift im Weingut Zaiß noch. Die derzeit besten Weine sind die samtige 2002er Spätburgunder Spätlese (6,70 Euro), der 2002er Muskat-Trollinger Qualitätswein trocken (4,90 Euro) und -eine Spezialität des Guts - der 2002er Gewürztraminer Kabinett (5,40 Euro). Sekt aus Kerner und Spätburgunder des Weinguts wird in der Sektkellerei Kessler in Esslingen ausgebaut.

Veranstaltungen: Der Besen ist zweimal pro Jahr für jeweils sieben Wochen geöffnet, und zwar von Mitte Januar bis Anfang März und von Mitte August bis Anfang Oktober. Mitte Mai lädt das Gut immer zu einer Weinwoche ein.

Kontakt: Weingut Gerhard Zaiß, Im Gehrenwald 5, 70327 Stuttgart-Untertürkheim, Telefon 33 86 46, Fax 33 86 83; Verkauf Mittwoch von 8 Uhr bis 12 Uhr und Freitag von 8 Uhr bis 18 Uhr.

Besenwirtschaft und Weingut Gerhard Zaiß
Inge Zaiß und Simone MackZaiss

http://www.weingutzaiss.de/

info@weingutzaiss.de

Weingut Gerhard Zaiß

Inge Zaiß und Simone Mack

Gehrenwald Gewann 5
70327 Stuttgart – Untertürkheim
Tel. 0711/338646,
Fax 338683

Weinprobe für mindestens 10, maximal 40 Personen
Dauer 1 - 2 Stunden Preis € 11,- pro Person

Weinseminare: für mindestens 10,
maximal 40 Personen
Dauer 1 - 2 Stunden
Preis € 11,- pro Person

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