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Eugen Bauer GmbH gegründet 1905 in Stuttgart - seit 1928 in Untertürkheim
Ab 1932 als Tochter der Robert Bosch AG wurde sie nun unter dem Namen
„Kinobauer“ bekannt.

Auszug aus dem Untertürkheimer Heimatbuch von 1935 - Seite 400

Kinomaschinenfabrik Eugen Bauer G.m.b.H.

Herdegen
Am ehemaligen Kanal, der von der Neckarbrücke zum Elektrizitätswerk herunterführte, wurde im Jahre 1885 die Trikotfabrik Veitinger erstellt. Später war die Briefordnerfabrik von Hermann Herdegen in den gleichen Räumen, und 1928 ist die Kinomaschinenfabrik Eugen Bauer hier eingezogen.

Das heutige Unternehmen wurde im Jahre 1905 als feinmechanische Werkstätte im benachbarten Stuttgart gegründet. Der erste Apparat kam 1907 auf den Markt und blieb bis zum Jahre 1912 hinsichtlich seiner Konstruktion beinahe unverändert. Kurz vor dem (1.) Weltkrieg wurde zum ersten Male ein Apparat ausgedacht, bei dem das große, jetzt noch übliche Malteserkreuz verwendet war; seine weitere Entwicklung wurde durch den Kriegsausbruch vereitelt. Bis zum Kriegsschluß stellte das Unternehmen Kriegsmaterial her. Die este Maschine, welche nach dem Kriege auf den Markt gebracht wurde, war mit den neuesten Verbesserungen versehen und brachte einen außerordentlichen Erfolg. Bald erwies sich die Stuttgarter Werkstatt als zu klein. Im Jahre 1924 mußte ein dreistöckiges Fabrikgebäude errichtet werden. 1927 folgte ein drittes Werk. Im Jahre darauf wurde die "Eugen Bauer G.m.b.H." gegründet, und nach wenigen Monaten zog sie in das Untertürkheimer Werk um. Die 1929 verfertigte Maschine war bereits auf den Tonfilm eigestellt. Sie stellte in ihrer vorzüglichen Ausführung ein Standardgerät dar, das eine Reihe überseeischer Verbindungen bewirkte. Schwäbische Leistung eroberte sich in allen europäischen Staaten den Markt, so daß der Untertürkheimer Betrieb immer wieder vergrößert werden mußte.

UT 1928 Durch die Neuaufnahme und Herstellung von Schmalfilmgeräten wurde die Erzeugung aufs glücklichste ergänzt. Über ganz Europa breitet sich ein Netz von Vertretungen und fördert den Außenhandel, der trotz aller Hemmungen sich stetig weiterentwickelt.

Allüberall, wo moderne Kino- und Filmpaläste erstellt werden, findet man heute die zuverlässigen, einwandfrei arbeitenden Bauer- apparate. Eine Gefolgschaft von 250 Leuten hilft durch ihre pünktliche und genaue Feinarbeit mit, Weltmärkte zu erobern und zu beherrschen. Schon seit einigen Jahren bestanden geschäftliche Beziehungen zu den Firmen Eugen Bauer- Untertürkheim und Robert Bosch-Stuttgart. Im Frühjahr wurden sämtliche Anteile der Firma Bauer durch die Robert Bosch AG. übernommen. Durch diese enge Verbindung wurde die erstere noch beträchtlich leistungsfähiger. Seit der Übernahme der Rechte der Kinoton-AG liefert sie auch patentfreie Tonfilmanlagen. Die Untertürkheimer Firma wird im übrigen unverändert weitergeführt und ist heute durch ihre Auslandsaufträge vollauf beschäftigt. (Stand: 1935 - Foto: 1928)

Auszug aus dem Untertürkheimer Heimatbuch von 1985 - Seite 660

Foto Kino BOSCH/BAUER

Zwei Schwaben finden sich und machen Technik-Geschichte!

Bauer und Bosch
Der eine, in Albeck bei Ulm am 23. 9. 1861 Geborene, fing 1886 mit zwei Gesellen als Elektro-Installateur in Stuttgart mit einer Werkstätte an. Es war der Handwerksmeister Robert Bosch.

Der andere, Eugen Bauer, am 5. 10. 1879 in Stuttgart geboren, gründete am 16. 9. 1905 in der Stuttgarter Gartenstraße mit vier Gesellen eine feinmechanische Werkstätte.

Der eine, Robert Bosch, war 25 Jahre alt, als er seine grandiose Laufbahn startete, die ihn nach der Konstruktion des ersten Hochspannungs-Magnetzünders für Benzinmotoren im Jahr 1896 zu einem der Pioniere der deutschen Automobilindustrie, ja zu einem der erfolgreichsten deutschen Industriellen aller Zeiten machte.

Der andere, Eugen Bauer, war 26 Jahre alt, als er fast zehn Jahre später als Robert Bosch eine eigene Werkstätte gründete und zehn Jahre später als Robert Bosch gelang auch Eugen Bauer mit einem technischen Durchbruch eine Pionierleistung auf dem Gebiet der Kinematografie, genauer gesagt: der Kinomaschinen. Bald war der Kino-Bauer in seiner Branche so bekannt wie der Bosch-Zünder in der Automobilindustrie.

Eine zukunftweisende Verbindung:
Firmengründer Eugen Bauer (links) und Robert Bosch.

Wir zeigen hier in unserem Heimatbuch die beiden berühmt gewordenen schwäbischen Industriellen Robert Bosch (geb. 1861, gest. 12. 3. 1942) und links den erfolgreichen Untertürkheimer Fabrikanten Eugen Bauer (geb. 1879, gest. 4. 11. 1958) in einer ganz seltenen Aufnahme.

Die Kino-Bauer-Bilanz: Meilensteine der Filmtechnik

Von Handkurbel und Waschkorb zur vollautomatischen Kinomaschine

Als die Bilder laufen lernten, war Bauer mit dabei. Auf dem Gerätesektor hat Bauer, das Untertürkheimer Filmgerätewerk, an der Entwicklung der Kinematografie entscheidend mitgewirkt. Ein Blick zurück auf die Stationen des Wegs, von der kleinen schwäbischen Werkstatt zu einem der bedeutendsten Hersteller dieser Branche mit Weltruf, macht das deutlich. Bauer-Erzeugnisse haben in den vergangenen 75 Jahren als Wegbereiter häufig technologische Wandlungen eingeleitet. Das gilt für 35- und 70-mm-Kinomaschinen und 16-mm-Filmprojektoren ebenso wie für Normal 8- und Super 8-Filmgeräte.

Die Geschichte des Hauses Bauer sei hier in gedrängter Form festgehalten:

  • 1905 Eugen Bauer, der Gründer der Firma in Stuttgart, Gartenstraße, befaßte sich zunächst mit der Reparatur und Herstellung feinmechanischer und elektrotechnischer Geräte.
  • 1907 Der Besitzer des ersten Stuttgarter Kinos brachte ein Vorführgerät der Firma Pathe Freres zur Reparatur. Herr Bauer fand Freude daran, denn diese Arbeit stellte etwas vollkommen Neues dar und versprach außerdem lohnend zu werden. Noch im gleichen Jahr begann die Konstruktion eines Bauer-Projektors.
  • 1908 Zwei Stuttgarter Kinos erhielten die ersten Bauer-Projektoren. Ihre, für damalige Zeiten, fortschrittliche Konstruktion - sie waren mit Aufwickelspule ausgerüstet - brachte weitere Aufträge aus dem ganzen süddeutschen Raum.
  • 1910  Bauer führt elektrische Bogenlampen und feuersichere Film­spulentrommeln für Kinoprojektoren ein.
  • 1928  Übersiedlung der gesamten Produktion nach Untertürkheim. Das erste Bauer-Nadeltongerät ermöglicht synchrone Wiedergabe von Bild und Ton.

  • 1930  Erster Bauer-Lichttonprojektor M 7.

  • 1932  Bauer wird Tochtergesellschaft der Robert Bosch GmbH Stuttgart.
  • 1933  Der erste 16-mm-Bauer-Projektor Selecton I kommt auf den Markt.
  • 1938  Erste 8 mm-Bauer-Filmkamera Bauer 8 für 10 Meter Movex-Kassetten mit fünf Ganggeschwindigkeiten.
  • 1939  Unterbrechung der 8 mm-Filmgeräte-Produktion durch 2. Weltkrieg.
  • 1950  Bauer B 12 Kinomaschine erstmals mit Kegelblende für größere Lichtausbeute.
Pantalux 8

Das kleine Format ist groß geworden: Erstmals ermöglicht 1954 die Koppelung des Projektors
Pantalux 8 mit dem Tonbandgerät Pantamat die Synchronisation von Bild und Ton.

  • 1953  Weiterführung der 8 mm-Filmkamera-Produktion mit der Bauer 88 für Doppel 8-Filmspulen. Erster 8 mm-Bauer-Projektor Pantalux 8. Mit Bauer B 8-Projektoren erstmals Vorführung von 3 D-Filmen. Bauer führt in Frankfurt mit einer B 12-Maschine und einer Siemens Magnetton-Anlage den ersten Cinemascope-Film in Deutschland vor.
  • 1954  Erste 8 mm-Bauer-Kamera Bauer 88 B mit eingebautem, gekuppeltem Belichtungsmesser. Erstes Bauer Synchron Ton-System durch Projektor Pantalux 8 und Bandgerät Pantamat.
  • 1955  50jähriges Firmenjubiläum.
  • UT 19601956  8 mm-Erfolgsprojektor Bauer T 10 mit Niedervoltlampe und Tonkoppler-Anschluß. Bosch/Bauer leistet Pionierarbeit bei der Xenonlampe mit Kaltlichtspiegel.
  • 1958  Firmengründer Eugen Bauer gestorben.
  • 1959  Erste 8 mm-Bauer-Filmkamera Bauer 88 F mit vollautomatischer Belichtungsregelung.
  • 1963  Bauer-Lichtregler, vollautomatische Lichtmessung durch das Objektiv.
  • 1965  Nach Einführung der Kodak Super 8-Filmkassette: die ersten Bauer Super 8-Filmgeräte.
  • 1966  Zusammenschluß der Eugen Bauer GmbH und Robert Bosch Elektronik GmbH zur Robert Bosch Elektronik und Photokino GmbH.
  • 1967  Erster Bauer Super 8-Magnettonprojektor T 2 super.
  • 1969  SILMA/Turin wird von Bosch-Gruppe übernommen. Deshalb Angliederung und neue Firmierung:
    Robert Bosch Photokino GmbH mit Sitz in Stuttgart-Untertürkheim. Bauer C Royal, erste Super 8-Filmkamera der Welt mit verstellbarer Sektorenblende und Rückwickeleinrichtung.
  • 1970  Gründung der Bauer and Sun Optical Co., Ltd. in Taichung (Taiwan). Bauer Objektiv-Fertigung.
  • 1972  Gründung der Robert Bosch Malaysia in Penang. Fertigung von Kamera-Baugruppen und Super 8-Kameras. Vorstellung der zweiten Bauer Super 8-Kamerageneration. Bauer C Royal E erstmals mit Computer-Technik und Langzeit-Automatik.
    Erstes vollautomatisches, lochkartengesteuertes Projektionssystem für Kinotheater.
  • 1974  Nach Einführung des Kodak Directsound-Filmsystems erste Bauer-Tonfilmkameras. Magnetton-Projektor Bauer T 60 stereo-sound erstmals mit Duoplay- und Stereotechnik
  • 1975  Bauer T 18 ML, erster Bauer Biton-Projektor für Super 8-Filme in Magnetton und Lichtton-Technik.
  • 1976  Erstmals bildgenaue elektronische Szenen-Programmierung bei Einspur-, Duoplay- und Stereo-Filmen durch Bauer T 600. Erster Bildschirmprojektor mit Tonaufnahme und -Wiedergabe: Bauer TR 200 retro-sound.
  • 1978  Erstmals Einsatz eines Mikro-Computers bei Bauer Spitzen­kamera S 715 XL und Bauer Spitzenprojektoren T 525/T 610. Bauer Duoplay-Automatik, ein neues von Bauer geschaffenes Vertonungs-System.
  • 1979  Bauer, Marktführer in der Bundesrepublik Deutschland bei Super 8-Filmkameras und Filmprojektoren. Konzentration auf Super 8 und 16 mm-Filmgeräte-Geschäft.
    Auslauf der stationären Kino-Projektoren-Herstellung.
  • 1980  Nach der Gründung der Firma im Jahre 1905 begeht Bosch/Photokino 1980 sein 75jähriges Firmenjubiläum. Übernahme der Nizo-Filmgeräte und Braun-Blitzgeräte von der Firma Braun.
Kinobauer UT 1983
Redaktionsstand / Foto 1983 aus Heimatbuch Untertürkheim: Hauptgebäude gegenüber dem Bahnhof
Stuttgarter Zeitung, 06.11.2008,

GERHARD RAFF
"Des Bauers Namen meldet kein Lied, versunken und vergessen"

Unser Kolumnist erinnert heute an den vergessenen schwäbischen Tüftler und Fabrikanten Eugen Bauer. Der Pionier der Kinotechnik ist vor 50 Jahren in Stuttgart gestorben.

Ja, wo gibt's denn so ebbes: ein weltberühmter Bästler ond Fabrikant, ond koi Mensch kennt ihn? En dem unendlich wertvolle ond hilfreiche Standardwerk "Südwestdeutsche Persönlichkeiten" vom Heinrich Ihme selig, wo eigentlich wirklich älle wichtige Wirteberger ond Badener boiderloi Gschlechts drenstandet: Fehlanzeige. Ond net ois von dene scheene, lesenswerte ond omfangreiche Büecher über "Schwäbische Tüftler und Erfinder" hätt wenigstens au bloß oi Wörtle oder Sätzle über des Käpsele drenstande. Ond bloß a schmächtiger Nachruf mit a paar Zeile en dr Stuegerter Zeidong bei seim Tod vor fuffzich Jahr: "Des Bauers Namen meldet kein Lied, kein Heldenbuch, versunken und vergessen."

Aber halt, em Internet fendet mr doch no ebbes: A) Den Uffsatz "Kinoträume werden wahr. Weltruhm mit Filmprojektoren" von dr Vera Dendler em "Magazin für Bosch-Geschichte" 2005. B) Den Beitrag vom Klaus Enslin aus Ontertürkheim en "Wikipedia". C) Dui Notiz vom "Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg" en Hoheheim. Ond ohne Google ond Quelle A-C wär's jetz aus mit dem Gschichtle dui Woch.
Nach Quelle "C" isch der Eugen Bauer anno 1880 uff d'Welt komme, nach "B" aber am 5. Oktober 1879 en Stuegert, ond em Nachruf stoht, er sei net lang vor seim 80. Geburtstag gstorbe. Wer ond was sei Vatter ond sei Muetter gwä send ond en welche Schuel er gange isch, woiß mr net. Aber dass'r a Feinmechaniker gwä isch. Ond dass'r 1905 en Stuegert en dr Gartestraß ganz klei mit're "Reparaturwerkstatt für feinmechanische Geräte" agfange hat. Ond anno 1907 häb der Felix Bayer des erste Kino en Stuegert, des "Kinematograph International" uffgmacht, ond weil der Projektor von dere franzeesische Firma Gebrüder Pathé hehgange isch, häb der Bayer den Bauer gholt zom Repariere ond häb ihm vorgschlage, er soll doch selber so en Kaste baue.

Ond der "begnadete Techniker" macht des tatsächlich ond baut en Projektor, wo der abglaufene Film nemme wie seither em Wäschkorb landet, sondern uff're zwoite Spuel uffgwickelt wird. Ond bald hat'r zehn Arbeiter eigstellt ond exportiert seine "schwäbischen Qualitätsprodukte" aus dem Keenigreich Wirteberg nach ganz Europa. Aber no kommt der Erste Weltkrieg, ond er mueß Soldat werde ond kommt wenigstens ganz wieder hoim ond fangt anno 1919 wieder von vorne a ond ziegt anno 1924 wege Platzmangel en dui Paulinestraß om. Ond tüftelt so lang an seine Apparätle rom, bis'r 1925 a "Weltneuheit" erfendet, den Linksprojektor parallel zom Rechtsprojektor, ond jetz ka oi gotziger Filmvorführer pauselos an oim Stück seine Film laufe lasse. Ond wie no anno 1928 für den Stummfilm der Tonfilm kommt, wird er mit seim "Nadeltongerät" Marktführer, ond seine Apparat werdet zu 75
Prozent en älle Welt exportiert.

Ond em gleiche Jahr ziegt'r en sei neue Fabrik en Ontertürkheim ond macht a GmbH draus. Ond 1932 wird der Kino-Bauer "ein Tochterunternehmen der Robert Bosch GmbH". Ond koi A oder B oder C verzählt, was der Eugen Bauer mit "seinem bescheidenen und anspruchslosen Wesen" jetz gmacht hat. Hat'r privatisiert oder weiterkonstruiert? Hat'r gheiratet ond Kender ghet? Uff jeden Fall hat'r nach 1945 laut Adreßbuech äll die Jahr über en dem Haus von dr Witwe Gänßle am Feuerseeplatz 12 muetterseelealloi em zwoite Stock zur Miete gwohnt. Ond isch am Carl(-Eugen)stag, am 4. November 1958 en Stuegert "nach längerer Krankheit" gstorbe. Ond "dem Wunsche des Entschlafenen entsprechend erfolgte die Beisetzung in aller Stille". Woiß ebber, wo?

Dr Bosch aber hat mit dem Kino-Bauer weiter Welterfolg ghet, hauptsächlich nach em Krieg mit dene viele neue Kino. Ond ganz wichtig, er hat mit dene wunderbare ond reparaturfreie Bauer-Amateurfilmapparat, dere Doppel-8- ond Super-8-Kamera, dui Filmerei demokratisiert ond Lieschen Müller ond Otto Normalverbraucher zom Filmstar gmacht. Aber no hat halt des Fernsehe die Kino hehgmacht, ond die Japaner hend dui Bauer-Kamera nachgmacht ond om d'Hälfte billiger verkauft. Ond Ende von de siebzger, Afang von de achtzger Jahr hat die "Erfolgsgeschichte ein abruptes Ende gefunden". Ond anno 1984 hat dr Bosch des Bauer- Gelände en Ontertürkheim an de Daimler verkauft. Ond wer woiß, an wen's der amol verkaufe mueß . . .

Quelle: http://www.bosch.com/content/language1/html/3017_3163.htm

Kinoträume werden wahr
Mit Filmprojektoren erlangt Eugen Bauer WeltruhmEB

1907 konstruierte Bauer seinen ersten Film-Projektor. Die Bauer- Projektoren überzeugten nicht nur durch ihre Zuverlässigkeit, sondern besaßen zudem eine entscheidende Verbesserung: lief bei bisherigen Projektoren der abgedrehte Film noch in einen unter dem Projektor stehenden Wäschekorb, so wurde nun der Film auf eine Spule gewickelt.
Weitere Verbesserungen folgten: 1910 besaßen Bauer-Projektoren feuerfest verkleidete Filmtrommeln, der Handbetrieb wurde durch den elektrischen Antrieb ersetzt und die Kalklichtlampe wich einer Kohlenbogenlampe.

1914 brachte Bauer sein drittes Modell auf den Markt, das sich durch die Verkapselung der empfindlichen Getriebeteile und ein angebautes Diagerät auszeichnete.

1925 gelang ihm mit dem Linksprojektor abermals ein großer Wurf: die Maschine erlaubte weltweit erstmalig die pausenlose Vorführung eines Films über zwei Projektoren! Bauer baute sein Vertriebsnetz nun aus und lieferte in alle europäischen Länder.

1928 war das Jahr, in dem der Tonfilm den Stummfilm ablöste. Statt wie bisher über Klavier-, wurden nun die Filme über Schallplatte begleitet. Dies brachte jedoch enorme Synchronisationsprobleme von Bild und Ton mit sich. Eugen Bauer entwickelte das „Nadeltongerät“, dass die synchrone Abspielung von Filmprojektor und Plattenteller erlaubte. Mit dem weiteren Vorantrieb der Entwicklung des Lichttonfilms gelang es schließlich, den Ton direkt auf dem Film aufzuzeichnen.

50 JahreMittlerweile war Bauer zum Marktführer im Bereich Kino-Filmprojektoren angewachsen und exportierte ca. 75% der Erzeugnisse ins Ausland. Für die Robert Bosch AG attraktiv genug, im Zuge seiner Diversifizierungsbestrebungen die zukunftsorientierte Firma von 1932 ab nach und nach zu erwerben. Als Tochter der Robert Bosch AG war sie nun unter dem Namen „Kinobauer“ bekannt.

Immer neue Weiterentwicklungen und neue Generationen von Filmprojektoren und deren Zuverlässigkeit verhalfen Kinobauer schließlich zu Weltgeltung.

Die große Zeit des deutschen Kinos und die Erfindung des Freilichtkinos in den 1950er Jahren brachte für Bauer den Durchbruch. Die unvergessenen Kino-Traumwelten ließen Bauer-Filmprojektoren über die Leinwände tanzen.

Durch die Kooperation von Bauer-Projektionstechnik mit Klangfilm-Tonanlagen der Firma Siemens Anfang der 1950er Jahre konnten unter dem Namen „Bauer-Klangfilm“ hunderte von Lichtspieltheatern ausgerüstet werden und entstand ein weltweites Vertriebsnetz.

Neben dem Bereich der Profiausstattung hatte sich Bauer bereits 1937 auf dem Amateurbereich ein zweites Standbein geschaffen. 1953 brachte Bauer die Doppelachtkamera auf den Markt, die der Beginn einer Entwicklung war, die die Firma zum weltweit umsatzstärksten Hersteller auf dem Gebiet der Amateur-Filmkameras machen sollte.

Seit 1969 expandierte Bauer durch die Gründung von Fabriken bzw. Gesellschaften zur Herstellung und dem Vertrieb seiner Erzeugnisse im Ausland auch räumlich.

Das Ende der Erfolgsgeschichte von Bosch-Photokino kam jäh. Mit dem massenhaften Einzug des Fernsehapparats in die privaten Stuben in den Siebziger Jahren blieben auch die potentiellen Kinobesucher lieber daheim. Ein Massensterben der Großkinos setzte ein, das den Markt für große Kinomaschinen dramatisch schrumpfen ließ.
Ebenso brach der Absatzmarkt für Bauer im Amateurfilmbereich seit Ende der Siebziger Jahre ein, als billigere Konkurrenzprodukte aus dem asiatischen Raum den Markt überschwemmten und damit Bauer den Garaus bereiteten. Siebzig Jahre Erfolgsgeschichte hatte somit ihr abruptes Ende gefunden.

Magazin zur Bosch-Geschichte 2005 Seiite 10-13
http://www.bosch.com/content/language1/downloads/Magazin_05_de.pdf

Kinoträume werden wahr - Weltruhm mit Filmprojektoren

Magazin zur Bosch-Geschichte 2005 von Vera Dendler

Eher zufällig begann Eugen Bauer vor 100 Jahren in Stuttgart, sich auf einem Gebiet zu spezialisieren, das zwar noch in den Kinderschuhen steckte, dessen Entwicklungs- möglichkeiten jedoch bereits zu erahnen waren: der Wiedergabetechnik von Filmen.

EBDer gelernte Feinmechaniker Eugen Bauer hatte zunächst gar nicht die Absicht gehabt, mit der Entwicklung und Produktion von Filmprojektoren auf den Markt zu gehen. Allein der Instandsetzung und Reparatur feinmechanischer Geräte galt sein Interesse. Bis ihn eines Tages der erste Stuttgarter Kinobesitzer Felix Bayer aufsuchte, um seinen französischen Filmprojektor von Pathé, damals der alleinige Projektorlieferant auf dem Markt, reparieren zu lassen. Die Instandsetzung gelang unerwartet gut, so dass Bauer den Vorschlag von Bayer aufgriff und selbst mit der Entwicklung und Herstellung von Filmprojektoren begann.

Als die Bilder laufen lernten

Zu dieser Zeit begann die damals neue „Laufbildtechnik“ ganz allmählich, sich zu einem wirtschaftlich interessanten Geschäftszweig zu entwickeln. 1893 hatte Edison in den USA sein Kinetoskop erfunden, eine rotierende Schlitzscheibe, durch die eine Glühbirne den laufenden Film beleuchtete. Zwei Jahre später stellten die Gebrüder Lumière aus Lyon Aufnahme- und Vorführgeräte vor, mit denen sie erste öffentliche Filmvorführungen in Frankreich veranstalteten. 1896 gelang Oskar Meßter in Berlin die Konstruktion von Film-Kopiermaschinen. Auch in Stuttgart war das neue Medium kein unbekanntes: 1896 ließ sich König Wilhelm II. auf der elektrotechnischen Ausstellung an der Spitze seiner Königsdragoner filmen. Damals eine Sensation, die man vor allem in den Schaubuden des Cannstatter Volksfestes zu sehen bekam. Im Jahr 1907 schließlich eröffnete Felix Bayer mit dem „Kinematograph International“ das erste Filmtheater in Stuttgart. Ihm folgten bereits ein Jahr später drei weitere Filmtheater.

Vom Wäschekorb zur Spule

Ebenfalls 1907 konstruierte Bauer seinen ersten Film- Projektor. Der Erfolg blieb nicht aus, so dass er bereits im darauffolgenden Jahr Aufträge für die Ausstattung zweier weiterer Kinos erhielt. Die Bauer-Projektoren überzeugten nicht nur durch ihre Zuverlässigkeit, sondern besaßen zudem eine entscheidende Verbesserung: lief bei bisherigen Projektoren der abgedrehte Film noch in einen unter dem Projektor stehenden Wäschekorb, so wurde der Film nun auf eine Spule gewickelt. 1914 brachte Bauer sein drittes Modell auf den Markt, das sich durch die Verkapselung der empfindlichen Getriebeteile und ein angebautes Diagerät auszeichnete, einer sogenannten Dialux-Einrichtung zur Vorführung von Werbepositiven.

Unterbrechung und Neubeginn

Zu diesem Zeitpunkt hatte Bauer bereits zehn Angestellte und Mechaniker und lieferte weit über Württemberg hinaus, neben Deutschland auch in andere europäische Länder.

Der Erste Weltkrieg bedeutete einen dramatischen Einbruch in der Entwicklung der Kinematografie: Die meisten Firmen überlebten diese Zeit nicht, ebenso musste Bauer den jähen Stopp der rasanten Entwicklung seines Unternehmens hinnehmen: Die Werkstatt wurde für Rüstungszwecke verwendet und Eugen Bauer zum Wehrdienst eingezogen. Bereits 1919 ging Bauer daran, seine Firma wiederaufzubauen. Es begann eine weitere Ära von Weiter- und Neuentwicklungen im Bereich der Kinoprojektoren. So gelang ihm mit dem 1925 entwickelten Linksprojektor abermals ein großer Wurf: Die Maschine erlaubte weltweit erstmalig die pausenlose Vorführung eines Films über zwei Projektoren, einer Rechts- und einer spiegelbildlich gebauten Linksmaschine und konnte von nur einem Mann bedient werden!

Mittlerweile waren die Fabrikräume in der Gartenstrasse zu klein geworden. Die Umsiedelung der Firma in die Paulinenstrasse 1924 brachte jedoch nur kurzfristig eine Verbesserung der Situation, so dass Bauer seine Fabrik 1928 von Stuttgart ins nahegelegene Untertürkheim verlegte. Gleichzeitig wandelte er die Firma in eine GmbH um.

UT 1928

Meisterstücke und eine Übernahme

1928 war auch das Jahr, in dem der Tonfilm den Stummfilm ablöste. Statt wie bisher von einem Klavier, wurden die Filme nun von einer Schallplatte begleitet. Dies brachte jedoch enorme Synchronisationsprobleme von Bild und Ton mit sich. Eugen Bauer und ein Teil seiner 65 Mitarbeiter entwickelten mit dem „Nadeltongerät“ die Lösung des Problems. Das „Nadeltongerät“ erlaubte die synchrone Abspielung von Filmprojektor und Plattenteller. Mit der weiteren Entwicklung des Lichttonfilms gelang es schließlich, den Ton direkt auf den Film aufzuzeichnen.

Mittlerweile war Bauer zum Marktführer im Bereich Kino-Filmprojektoren geworden und exportierte circa 75 Prozent der Erzeugnisse ins Ausland. Für Bosch war die Eugen Bauer GmbH damit attraktiv genug, sie im Zuge der Diversifizierungs- bestrebungen von 1932 an nach und nach zu erwerben.

Als Bosch-Tochter war sie nun unter dem Namen „Kinobauer“ bekannt.
Der Erwerb durch Bosch brachte der Firma neue Impulse. Kinomaschinen für unterschiedliche Filmtheatergrößen wurden produziert und unter markanten Namen wie „Standard 5“, „Standard 7“ und „Super 7“ auf den Markt gebracht; transportable Koffer-Kinomaschinen, wie die „Sonolux I“ und die „Sonolux II“ bedienten Schulen und Wanderkinos. Immer neue Weiterentwicklungen und neue Generationen von Filmprojektoren und deren Zuverlässigkeit verhalfen Kinobauer schließlich zu Weltgeltung („B-Typen“).

1939 beschäftige die Firma 300 Mitarbeiter. Während des Zweiten Weltkrieges wurde reduziert weiterproduziert, gegen Ende des Krieges kam die Produktion jedoch ganz zum Erliegen. Den Neuanfang nach dem Krieg nahm Bauer 1946 mit 40 Mitarbeitern in Angriff, nach der Währungsreform lief die Produktion wieder auf vollen Touren. In den ersten Nachkriegsjahren war Bauer in Deutschland der alleinige Hersteller von Kinomaschinen („B8“).

Die große Zeit des deutschen Kinos

Die große Zeit des deutschen Kinos und die Erfindung des Freilichtkinos in den 1950er Jahren brachten für Bauer erneut den Durchbruch. Bauer-Filmprojektoren ließen unvergessene Kino-Traumwelten über die Leinwände tanzen. Durch die Kooperation von Bauer-Projektionstechnik mit Klangfilm- Tonanlagen der Firma Siemens Anfang der 1950er Jahre konnten unter dem Namen „Bauer-Klangfilm“ Hunderte von Lichtspieltheatern ausgerüstet werden. Zahlreiche Weiterentwicklungen und Neuerungen verhalfen zu immer grandioseren Kinoerlebnissen, eine Entwicklung, die anhalten sollte. Ende der 1950er Jahre setzten Bauer-Maschinen weltweit Kino-Standard. Im Jahr 1972 präsentierte Kinobauer auf der „photokina“ das erste lochkartengesteuerte Projektorsystem für Lichtspieltheater (U-4 System): Es ermöglichte eine pausenlose Filmvorführung bis zu zweieinhalb Stunden und besaß ein Lochkarten-Lesegerät zur automatischen Steuerung der Betriebstechnik, von der Saalverdunkelung bis hin zur Zwischenmusik.

Vom Kino in die Stuben

Neben dem Kinomarkt war Bauer auch auf dem in den 1950er Jahren aufblühenden Fernsehmarkt präsent. Als Zulieferer von Laufwerken für die 16-mm- und 35-mm-Filmabtaster oder für die Multiplexeranlagen, die von der ehemaligen Bosch-Tochtergesellschaft Fernseh GmbH für Fernsehstudios hergestellt wurden, spielte dieser Markt für Bauer jedoch eher eine untergeordnete Rolle.

88Die Filmkamera in der Hand

P12Neben dem Bereich der Profiausstattung hatte Bauer bereits in den 1930er Jahren begonnen, sich auf dem erfolgreichen Markt für 8-mm-Kameras für Amateure ein zweites Standbein zu schaffen. Der Krieg verhinderte jedoch den Erfolg der 1937 auf den Markt gebrachten Kamera für die 8-mm-Movex-Cassette.

Erst nach dem Krieg sollte die Beschäftigung mit den Amateurfilmen positiv zu Buche schlagen: 1953 brachte Bauer die Doppelachtkamera auf den Markt. Sie und die später entwickelten Super-8-Filmgeräte begründeten den Aufstieg Bauers zum weltweit umsatzstärksten Amateurkamera-Hersteller und ließen den Umsatzanteil der Amateursparte in den 1960er Jahren auf 75 Prozent klettern.

Daneben hatte man sich bei Bauer seit Ende der 1950er Jahre um weitere Möglichkeiten der Diversifikation bemüht und die Produktpalette um zahlreiche weitere Erzeugnisse erweitert, wie beispielsweise um eine eigene 35-mm-Spiegelreflexkamera, Diaprojektoren und Blitzgeräte. In den 1970er Jahren folgte eine weitere Expansionswelle in alle Welt. Teils wurden die Bauer-Produkte sogar vor Ort selbst hergestellt, teils fand nur ein Vorort-Vertrieb statt.

Der Film ist aus

Ostgebäude 1970 Das Ende der Erfolgsgeschichte von Bosch-Photokino kam jäh. Mit dem massenhaften Einzug des Fernsehapparats in die privaten Stuben in den 1970er Jahren blieben auch die potenziellen Kinobesucher lieber daheim. Ein Massensterben der Großkinos setzte ein, das den Markt für große Kinomaschinen dramatisch schrumpfen ließ.
Schlussendlich musste Bauer Anfang der 1980er Jahre die Produktion von Filmprojektoren einstellen. Ebenso brach der Absatzmarkt für Bauer im Amateurfilmbereich seit Ende der 1970er Jahre ein, als billigere Konkurrenzprodukte aus dem asiatischen Raum den Markt überschwemmten. Siebzig Jahre Erfolgsgeschichte hatten somit ihr abruptes Ende gefunden. Kinobauer reagierte auf die Umsatzeinbrüche mit einer kompletten Restrukturierung.


Aus einer entwickelnden und produzierenden Firma wurde eine reine Vertriebsgesellschaft, die den In- und Auslandmarkt mit Filmprojektoren sowie Video- und Blitzgeräten belieferte. Die Gesellschaften im Ausland wurden aufgegeben, das Untertürkheimer Gelände wurde 1984 an die Daimler-Benz AG verkauft. 1992 schließlich wurde der Produktbereich Photokino komplett aufgelöst.


Erster BauerM5Bild links:
Anfang einer langen Ära: der erste Bauer Projektor überhaupt.

Konstruktiv interessant war die Aufwicklung des Films auf eine zweite Spule. Bisher waren die abgelaufenen Streifen in untergestellten Waschkörben aufgefangen worden (1907).

Bild rechts:
Bauer überzeugte stets mit sinnvollen Innovationen: Hier ist es der erste Stahlprojektor M5 mit feuerfest verkleideten Filmrollen.

Sie dienten dazu, die Feuergefahr bei den leicht entzündlichen Filmrollen zu mindern (1925).


Typ 8Typ 881937 startete die Produktion von 8-mm- Kameras für Amateure.
Die Serie erhielt den Namen „8“. Sie ermöglichte es auch Freizeitfilmern, unvergessliche Szenen in guter Qualität festzuhalten.

 

Im Jahr 1953 wurde die 8er Serie durch den Typ „88“ für Doppel-8 Filmspulen ergänzt. Im Bild ein Modell mit Televorsatz (1955)

Den Ton angebend
Die Vertonung des 8-mm-Films von Bauer

Magazin zur Bosch-Geschichte 2006
http://www.bosch.com/content/language1/html/3042_4112.htm

In der Forschung und Entwicklung der Firma Bauer hatte die Vertonung von stummen Amateurfilmen seit jeher hohe Priorität. So kam 1954 mit dem ersten Bauer-8-mm-Projektor Pantalux 8 das Bauer-Tonbandgerät Pantamat auf den Markt.
Die Koppelung von Projektor und Bandspielgerät ermöglichte erstmals die Synchronisierung von Bild und Ton und erlaubte damit eine Nachvertonung stummer Filme.

1956 stellte Bauer eine neue, moderne Projektorfamilie vor: das Bauer T 10-Tonfilmsystem.


EBDas System basierte ebenfalls auf der Koppelung eines Projektors mit einem Bandspielgerät, besaß jedoch den Vorteil, dass jedes handelsübliche Tonbandgerät benutzt werden konnte. Der T 10-Projektor war Bauers erster Kompaktprojektor für 8-mm-Film und ein reines Stummfilmgerät. Es enthielt jedoch bereits alle Vorrichtungen für eine spätere Synchronisation mit einem Tonbandgerät. Damit Bild und Ton gleich liefen, musste bei der Tonfilmaufnahme und -wiedergabe der Filmprojektor abhängig von der Tonbandgeschwindigkeit gesteuert werden. Diese Aufgabe übernahm der Bauer - Tonkoppler. Das Synchronisiergerät wurde an das Tonbandgerät gesetzt und das Tonband aus dem Bandspielgerät Tonkopplerheraus über den Tonkoppler geführt. Die Verbindung zum T 10-Projektor erfolgte lediglich durch ein Kabel. Die Geschwindigkeit des Projektors passte sich mit Hilfe des Tonkopplers der Tonbandgeschwindigkeit derart genau an, dass Toneffekte auf Bruchteile von Sekunden zum Bild abgestimmt werden konnten.

Das System war darüber hinaus mit seiner 100 Watt-Niedervoltlampe der damals lichtstärkste 8-mm-Projektor auf dem Markt. Und nicht zuletzt der günstige Preis machte das T 10- Tonfilmsystem für den Amateurbereich interessant.

Der Bauer-Tonkoppler mit Verbindungskabel (1) und Laufrolle (2).

Quelle: http://www.bosch.com/content/language1/downloads/Magazin_06_de.pdf

Den Ton angebend - Projektor Bauer T 10

T10

Die Vertonung des 8-mm-Films von Bauer

Magazin zur Bosch-Geschichte 2006 von Vera Dendler

Das höchste Ziel eines jeden Amateurfilmers war seit jeher die Vertonung seiner stummen Schmalfilmaufnahmen. Denn erst das gesprochene Wort, die stimmungsvolle, untermalende Musik vermochte den Filmen eine wirklichkeitsnahe Lebendigkeit zu verleihen. Mit dem 1956 von Bauer auf den Markt gebrachten 8-mm-Kompakt-Projektor Bauer T 10 konnte der Amateurfilmer dieses Ziel leichter und qualitätsvoller erreichen als je zuvor.
Über viele Jahre hinweg versuchten viele Amateurfilmer mit verschiedenen Mitteln ihren selbst gedrehten 8-mm- Filmen mehr Leben einzuhauchen: So wurden zum Beispiel während einer Filmvorführung Schallplatten und Tonbänder abgespielt oder der Film wurde über ein Mikrofon kommentiert. Das Problem bei dieser Art der Vertonung war allerdings, dass selbst einfache Musikwechsel, Effektgeräusche und Begleitkommentare nicht ohne besondere technische Hilfsmittel mit dem Bild abgestimmt werden konnten.

Unablässig für das Vertonen eines Films ist jedoch der absolute Gleichlauf zwischen Bild und Ton. In der Forschung und Entwicklung der Firma Bauer hatte die Vertonung von stummen Amateurfilmen seit jeher hohe Priorität. So kam 1954 mit dem ersten Bauer-8-mm- Projektor Pantalux 8 das Bauer-Tonbandgerät Pantamat auf den Markt. Die Koppelung von Projektor und Bandspielgerät ermöglichte erstmals die Synchronisierung von Bild und Ton und erlaubte damit eine Nachvertonung stummer Filme.

Ein Tonfilmsystem hoher Leistung

1956 stellte Bauer eine neue, moderne Projektorfamilie vor: das Bauer T 10-Tonfilmsystem. Das System basierte ebenfalls auf der Koppelung eines Projektors mit einem Bandspielgerät, besaß jedoch den Vorteil, dass jedes handelsübliche Tonbandgerät benutzt werden konnte.

Der T 10-Projektor war Bauers erster Kompaktprojektor für 8-mm-Film und ein reines Stummfilmgerät. Es enthielt jedoch bereits alle Vorrichtungen für eine spätere Synchronisation mit einem Tonbandgerät. Damit Bild und Ton gleich liefen, musste bei der Tonfilmaufnahme und -wiedergabe der Filmprojektor abhängig von der Tonbandgeschwindigkeit gesteuert werden. Diese Aufgabe übernahm der Bauer- Tonkoppler.

TonkopplerDas Synchronisiergerät wurde an das Tonbandgerät gesetzt und das Tonband aus dem Bandspielgerät heraus über den Tonkoppler geführt. Die Verbindung zum T 10-Projektor erfolgte lediglich durch ein Kabel. Die Geschwindigkeit des Projektors passte sich mit Hilfe des Tonkopplers der Tonbandgeschwindigkeit derart genau an, dass Toneffekte auf Bruchteile von Sekunden zum Bild abgestimmt werden konnten. Diese rein elektrische Regelung erlaubte eine beliebige räumliche Trennung von Projektor und Tonbandgerät. Die 8-mm- Schmalfilmvertonung mit dem T 10-Projektor, Tonkoppler und Bandspielgerät erzeugte nicht nur eine erstklassige Tonqualität.

Der Bauer-Tonkoppler mit Verbindungskabel (1) und Laufrolle (2)

Das System war darüber hinaus mit seiner 100 Watt-Niedervoltlampe der damals lichtstärkste 8-mm-Projektor auf dem Markt. Und nicht zuletzt der günstige Preis machte das T 10-Tonfilmsystem für den Amateurbereich interessant. Was bisher nur der Berufsfilm mit großem Aufwand erreichen konnte, war mit der Gleichlaufgenauigkeit des T 10-Tonfilmsystems nun auch im 8-mm-Amateurfilmbereich möglich: die gleichzeitige lippensynchrone Bild- und Tonwiedergabe. Ein neuer Abschnitt auf dem Gebiet des 8-mm-Films war markiert.


Pantamat88 ESBild links:
Erstmals 1954 ermöglichte die Kopplung des Projektors „Pantalux 8“ mit dem Tonbandgerät „ Pantamat“ die Synchronisation von Bild und Ton.

Bild rechts:
1958 beschritt Bauer abermals Neuland mit Entwicklung der ersten Kamera für lippensynchrone Tonaufnahmen: die Doppelachtkamera „Bauer 88 ES“ und wenig später der „Bauer 88 DS“
Film - und Kinomuseum Baden - Württemberg in Biberach/Riß
1912KutterBauer
35mm-Bauer B1-Stummfilmprojektor von 1912 - KinoBauer 1950 - Fotos: Enslin
ProjektorPlakate KutterBern
Projektoren für 9x9 Dias. - Anton Kutter Filmplakate - Original Filmkabine von 1944 aus Basel
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