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Einladung zum  4. UT-Motorradtreffen am 5. + 6. September 2015 UT

Liebe Motorradfahrer der Marke U.T..!

Nach dem letzten großen Treffen der U.T.-Fahrer in Tübingen im Jahr 2010 hat das Thema U.T.-Motorräder in 2014 wieder eine Rolle gespielt und zwar bei der Retro Classics Messe, als dort zum Thema „Stuttgarter Motorräder“ eine Präsentation stattfand.
Bei dieser Ausstellung wurden wir unterstützt vom AMSC Leonberg, der jährlich eine Motorrad – Show organisiert. Mitgewirkt hat auch eine Gruppe von UT-Freunden aus Möhringen, das sind: Familie Schnürle / Stäbler, Dr.K. Auwärter, Dr.med. W.Geissler, B.Remmele.
Diese Gruppe hat sich nun bereit erklärt, in Stuttgart-Möhringen ein eintägiges Treffen
im Jahr 2015 zu veranstalten, damit sich die U.T.-Fahrer zwanglos zusammenfinden können.
Zu diesem Zweck stellt Herr Auwärter das NEOPLAN-Hotel samt Omnibus-Museum und Gesellschaftsräumen in Stuttgart-Möhringen zur Verfügung. Dort gibt es Übernachtungs – möglichkeiten und Abstellplätze für Motorräder und Transportfahrzeuge.  
In Möhringen kann auch das ehemalige Fabrikgebäude der  U.T.Schwenk &Schnürle KG besichtigt werden.

Veranstaltungs-Termin ist von Samstag 5.9. bis Sonntag 6. 9.2015
in Stuttgart-Möhringen 

Samstag: Anreise ab 16:00 Uhr, Gemeinsames Abendessen ab 18:00 Uhr. (Anmeldung erforderich)
Sonntag: Ab 9:00 Uhr Treffen am Museum , Fototermin an der U.T. Fabrik,
                Besichtigung des Bus-Museums, Rundfahrt im Oldtimer-Bus.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen an der letzten Produktionsstätte der U.T.-Motorräder.

Mit freundlichen Motorradfahrer-Grüssen,

Für die U.T.-Freunde :                                          Für die Veranstalter:( Schirmherr )

Günter Wolf                                                          Helmut Schnürle
Ulmenstrasse 103,   D-71088 Holzgerlingen         Gammertingerstr. 35, 70567 Stgt.Möhringen
Tel. 07031-601828,  g11wolf@T-online.de            Tel. 0711-723740,  a-schnuerle@T-online.de

Koordinator: (Kontaktadresse für Informationen und Anmeldungen ) :
                        Norbert Schäberle, Urbanstr. 146, 73730 Esslingen, n.schaeberle@web.de

4. UT-Motorradtreffen - Der Mythos UT bleibt -
Die schnellen Maschinen sind unvergessen

Stuttgarter Zeitung - Alexandra Kratz, 03.09.2015

Bis 1962 bauten die rund 35 Mitarbeiter der Firma Schwenk & Schnürle KG in dem Fabrikgebäude an der Balinger Straße in Möhringen die bis heute bekannten UT-Motorräder.

UTMöhringen
Die UT-Motorräder wurden mit dem Pferdewagen ausgeliefert. - Foto: privat - Möhringen - Balinger Straße 15 -
Heute ist diese an eine Tanzschule vermietet

Möhringen - Helmut Schnürle ist nie Motorrad gefahren und dennoch hängt sein Herz an den alten UT-Maschinen und vor allem an dem einstigen Fabrikgebäude an der Ecke Balinger Straße/Leinenweberstraße. Anfang der 50er-Jahre zogen sein Vater Johann Schnürle und dessen Kompagnon Hugo Schwenk mit ihrer UT-Motorradfabrik in das imposante Backsteingebäude. Dort bauten knapp 35 Mitarbeiter täglich zwischen zwölf und 15 Motorräder und Mopeds zusammen. Aber 1962 lief das letzte Motorrad vom Band. Dank des Wirtschaftswunders hatten die Menschen wieder mehr Geld. Sie kauften sich lieber einen Kleinwagen als ein Zweirad. Bis 1968 gab es noch Ersatzteile zu kaufen. Dann war endgültig Schluss.

UT Möhringen
Jahrelang wurden in der Werkstatt des Fabrikgebäudes an der Balinger Straße 15 Motorräder zusammengeschraubt.

Doch der Mythos lebt bis heute. Am Wochenende kommen die Liebhaber der schnellen Maschinen von den Fildern beim vierten internationalen UT-Motorradtreffen in Möhringen zusammen. Günter Wolf aus Holzgerlingen rief die regelmäßigen Veranstaltungen ins Leben. Es sei ein Treffen Gleichgesinnter, sagt Schnürle. „Da wird dann geschwätzt und gefachsimpelt.“ Seine Frau Andrea ergänzt: „Und natürlich freuen sich die Eigentümer der alten UT-Motorräder, wenn sie ihre schick gemachten Maschinen präsentieren können.“ Das seien alles Enthusiasten. „Denen geht es nicht um Kommerz. Das ist reiner Idealismus“, sagt Andrea Schnürle und freut sich über so viel Begeisterung.

Rund 30 Fans haben ihr Kommen angekündigt

UTRund 30 Fans aus Deutschland und Österreich reisen am Wochenende mit ihren Familien nach Möhringen. Wieso gibt es immer noch – mehr als 50 Jahre nachdem die letzte UT gebaut wurde – so viele Liebhaber? Darauf antwortet Schnürle: „Die Maschinen waren technisch sehr gut, obwohl das Unternehmen recht klein war.“ Da sei er schon ein wenig stolz auf seinen Papa. UT-Motorräder seien auch bei Rennen und Zuverlässigkeitsfahrten gestartet. „Und selbst für BMW-, Triumph- und Kreidler-Fahrer waren wir stets eine ernst zu nehmende Konkurrenz“, sagt Schnürle. Insbesondere bei den legendären Rennen auf der Solitude belegten die UT-Fahrer häufig vordere Plätze.

 

Die Geschichte der UT begann in den 1920er-Jahren in Untertürkheim. Das erklärt auch die beiden Großbuchstaben im Firmennamen. Der Tüftler und Rennfahrer Hermann Scheihing baute die ersten Motorräder. Aufgrund der Inflation musste dieser aber kurze Zeit später an die Vaihinger Maschinenfabrik Bergmüller & Co. verkaufen. Diese stieß den Zweig 1931 aber wieder ab. Zwei Mitarbeiter, Johann Schnürle und Hugo Schwenk, übernahmen die Produktion. 1935 zogen sie mit ihrer Firma in eine leer stehende Weberei an der Balinger Straße 15. In den besten Zeiten schraubten die rund 35 Angestellten dort 3500 Motorräder im Jahr zusammen.

Technische Besonderheiten der UT-Familie

1949 stellte das Unternehmen die UT K 125 vor. Das Besondere war eine neue Teleskopgabel, für welche die Erfinder sogar ein Patent hatten. Die 1951 gebaute UT TS 250 war das erste deutsche Motorrad mit einer Hinterradschwinge und ölgedämpften Federbeinen. Bei dem vierten internationalen Motorradtreffen sind Modelle aus der gesamten Produktionszeit zu sehen, unter anderem vor dem ehemaligen Fabrikgebäude an der Balinger Straße, das noch immer in Familienbesitz ist.

Das Programm beginnt am Samstag, 5. September 2015, mit dem Eintreffen der Teilnehmer. Am Sonntag, 6. September, begrüßen die Veranstalter um 10 Uhr die Motorradliebhaber auf dem Hof der ehemaligen UT-Fabrik an der Balinger Straße 15. Von 10 bis 12 Uhr werden dort die fahrbereiten Maschinen präsentiert. Allerdings nur bei schönem Wetter. Von 12 Uhr bis 15 Uhr sind die Oldtimer-Motorräder vor dem Gottlob-Auwärter-Museum im Neotel an der Vaihinger Straße 151 zu sehen. Um 14 Uhr beginnt die Ausfahrt nach Hohenheim.

Das vierte internationale Motorradtreffen wird von Günter Wolf und der „Möhringer UT-Familie“ organisiert. Dazu zählen neben Helmut Schnürle auch Albrecht Stäbler, Wilfried Geissler und Konrad Auwärter.

120. Geburtstag von Hermann Scheihing Scheihingam Di  15.6.2010

UT85  Jahre ist es her, seit die ersten UT-Motorräder hier gebaut wurden

120  Jahre alt wäre Hermann Scheihing 2010 geworden

Hermann Scheihing (geb. am 15.06.1890, gest. am 31.05.1934) aus Untertürkheim war der Gründer der Motorradmarke "UT"

Programm des Bürgervereins Untertürkheim e.V. am Di. 15.6.2010

16:30 Uhr: Treffpunkt Gaststätte Luginsland: Ortsrundgang ab Luginsland bis zum Häldle 9

18 Uhr: Im Häldle 9 -Enthüllung der Wandtafel zum 120. Geburtstag Hermann Scheihings

mit Preisverlosung und Probesitzen auf einem Original-UT-Motorrad von 1926 von Günter Wolf
UT
  Größere Kartenansicht

Scheihing
Scheihing mit UT-Rennfahren vor der Werkstatt im Häldle
Belegschaft
UT-Belegschaft Scheihing 1925
Familie
Familie Scheihing auf UT-Jap Seitenwagen

FLIEG UT
FLIEG Km UT

Fotos: Archiv Günter Wolf

Untertürkheim ist die Geburtsstätte der UT-MotorräderUT Nadel

  85  Jahre ist es her, seit die ersten Motorräder von
       Firmengründer Hermann Scheihing dort gebaut wurden
120  Jahre alt wäre Hermann Scheihing in 2010 geworden 
 
Die UT-Freunde nehmen das zum Anlass für das

3. Internationale UT–Markentreffen
am Sa./So. 4./5. September 2010

das diesesmal gemeinsam mit dem BOXENSTOP Auto- und Spielzeugmuseum
organisiert und in Tübingen abgehalten wird.

Eingeladen sind Besitzer von fahrfähigen bzw. restaurierten historischen
Motorrädern der Marke UT
:

  • 1922-26  UT-Motoren- und Fahrzeugbau  Stgt.-Untertürkheim
  • 1927-30  Bergmüller und Co. Maschinenfabrik  Stgt.-Vaihingen
  • 1931-62   Schwenk & Schnürle GmbH  Stuttgart-Möhringen

 Ebenso eingeladen sind alle “Oldtimer-Fans” als Zuschauer.

Tübingen - Treffen der Motorrad-Oldies
TÜBINGEN. Freunde historischer Motorräder können am Wochenende 4./5. September beim Auto- und Spielzeugmuseum Boxenstop Oldtimer in Aktion erleben. Die U.T.-Freunde Stuttgart veranstalten dort ihr drittes Internationales Motorradtreffen. Zur Veranstaltung vor dem Boxenstop liegen bereits über 40 Nennungen vor. Das älteste Motorrad ist von 1925. Neben Motorrädern der Marke U.T. werden noch weitere seltene Maschinen erwartet, unter anderem eine Neander.

Am Samstag, 4. September, treffen die Teilnehmer von 9.30 Uhr an ein. Um 13 Uhr werden die Teams öffentlich vorgestellt. Danach geht's auf eine 40 Kilometer lange Ausfahrt. Gegen 15.30 Uhr werden alle Teams zur großen Präsentation vor dem Boxenstop-Museum zurückerwartet.

Die Tochter des Firmengründers, die 94-jährige Margret Freitag wird beim Festabend als Ehrengast begrüßt. Zum Motorradtreffen startet im Boxenstop eine Sonderausstellung mit zehn U.T.-Motorrädern. Der Untertürkheimer Motorradkonstrukteur Hermann Scheihing hatte die Firma 1922 in Stuttgart-Untertürkheim gegründet. Das Auto- und Spielzeugmuseum Boxenstop in der Tübinger Brunnenstrasse 18 ist mittwochs bis freitags von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.( RGA)

Weitere Informationen erhalten Sie bei :
Günter Wolf (Dipl. Ing.), Ulmenstr. 103, 71088 Holzgerlingen
Tel. + Fax. 07031-601828,  g11wolf@T-online.de     (UT-Freunde)

Veranstalter ist das
Boxenstop Auto- und Spielzeugmuseum, Brunnenstrasse 18,
72074 Tübingen, Tel. 07071-929080, Fax. 07071- 929099
www.boxenstop-tuebingen.de

Logo UTUTIn Untertürkheim startete einst die „UT"

Ein Stück Motorradgeschichte
Zweiräder bis 200 ccm waren steuer- und führerscheinfrei

1925
UT 1925 mit Adolf Wahl Fellbach
UT-Modelle von 1925
UT 1925


UT 2F
zu den Fotos und Berichten vom 120. Geburtstag Hermann Scheihings - hier

Aus der Stuttgarter "Filderzeitung" vom 7. Februar 1991
In einem Fabrikareal an der Leineweber- und Balinger Straße in Möhringen wurden einst ,,UT-Motorräder" gebaut.

In Stuttgart - Untertürkheim hatte es angefangen. Das erste Modell von UT war dort bereits 1922 fertig. In Untertürkheim setzte der versierte Konstrukteur Karl Scheyer (richtig: Hermann Scheihing) den Eigenbau zusammen und nannte ihn nach der ,,Geburtsstadt" UT. Diese Maschine von 200 ccm war schon ein richtiges Motorrad, das auf der Straße alle Bedingungen für eine Tourenmaschine erfüllte.

UT
Helmut Schnürle, Sohn des früheren UT-Fabrikanten,
zwischen zwei der alten Maschinen. Foto: A. L

UT MotorräderNach den ersten Serien baute Scheyer (richtig: Scheihing) ein 250-ccm- Motorrad in Sportbauweise. Es hatte einen großrippig verkleideten Motor, der anfangs 4,5 PS besaß - und später 5,5 PS aufwies. Ein Motorradfan von heute wird darüber nur lächeln ...
Damals waren Maschinen bis 200 ccm steuer- und führerscheinfrei. Daher kamen die 200er Motorräder, was die Stück- zahlen betraf, ziemlich ungestüm voran. 1926 wurde dann das UT-Zweirad-Werk nach Vaihingen verlegt, die Räume in Untertürkheim waren zu klein geworden.

Die Produktion wuchs, auch im Ausland galt der Name UT etwas. Die Industriellen Schwenk & Schnürle kauften 1934 das Bergmüller-Werk auf und konnten dann in Stuttgart-Möhringen die Fabrikation in größeren Fabrikanlägen erheblich steigern.

Im Auto- und Technik-Museum Sinsheim entdeckten wir, an einer Wand hängend, eine 125-ccm-Maschine von UT. So kam uns der Gedanke die schon etwas in Vergessenheit geratene Maschine (1968 mußte das Werk schließen) einmal nostalgisch einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Zuletzt wurden jeweils zehn Maschinen in einem Arbeitsgang montiert.

Immer wieder äußerten sich alle Käufer sehr zufrieden mit der Zuverlässigkeit und dem geringen Verschleiß der UT, der Umsatz stieg von Jahr zu Jahr. Die Inhaber Schwenk & Schnürle wirkten in der Fabrik mit, in der ein gutes Betriebsklima herrschte.

UT von 1929Die großen Renneinsätze lagen in der Zeit von 1926 bis 1930. In der Klasse bis 250 ccm, als Zweitakter, wurde der liegende Zylinder des Bekamo-Systems eingesetzt. Bei den Klassen 350 und 500 ccm wurde meist der berühmte Jap-Motor eingebaut. Mit den Rennfahrern Otto Kohfink (Bietigheim) H. P. Müller (Bielefeld) und Hans Soenius (Köln) waren bekannte Asse des Rennsports dabei, die UT oft zum Siege führten.



UT - Motorrad von 1929 - Foto vom
1. "UT" - Motorradtreffen der UT
Freunde in Untertürkheim

Im ersten Kriegsjahr 1939 konnte man nur noch Maschinen von 350 ccm herstellen. Motorräder wurden ausschließlich für die Wehrmacht hergestellt. Zuletzt die 125er-Maschinen. Danach mußte man auf Rüstung umstellen.
Nach 1945 traten alle Mechaniker, die noch lebten, sofort wieder bei UT an, um „ihre" Maschinen weiter bauen zu können. Das Geschäft lief bald auf vollen Touren.

UT 1951
"UT" KTN 175 und KTN 125 aus 1951
- Werbeprospekt

Ein Höhepunkt im Jahr 1951 war der erstmals im Motorradbau vorgenommene Einbau einer Hinterrad-Federung. Auch die Vorderrad-Teleskopgabel, beides UT-Patente und ihrer Zeit voraus, trugen weiterhin zur Beliebtheit der Motorräder aus Möhringen bei.

Tankabzeichen UTWährend die Menschen in den fünfziger Jahren mit ihren Zweiradmaschinen noch zufrieden waren, weil sie das unabhängige und billige Transportgerät war, änderte sich das noch im gleichen Jahrzehnt: Das lange vermißte Auto tauchte jetzt in immer stärker werdenden Einheiten auf. Ein „Dach über dem Kopf" zündete mehr, auch wenn die ersten Kleinwagen meist nicht mehr PS hatten als die schweren Motorräder. Die Vollmotorisierung war nicht mehr aufzuhalten. Die Lage auf dem Motorrad-Sektor wurde immer prekärer. Auch die tüchtigen Werker aus Möhringen blieben davon nicht verschont. Nach 34 Jahren mußten Schwenk und Schnürle schließen - die Japaner verdrängten fast alle Deutschen Motorräder.

1. UT- Markentreffen 2000

Am 10. und 11. Juni 2000 fand im Rahmen der 800-Jahr-Feier von Untertürkheim das 1. "UT" Motorradtreffen der UT Freunde statt. Dieses Treffen wurde im wesentlichen von Herrn Günther Wolf und dem AMCU (Automobil Club Untertürkheim) organisiert. ...

(mit zahlreichen Fotos - Bsp. siehe oben) Die Firmengeschichte der Marke UT endete 1962 und sie lässt sich heute im historischen Rückblick in drei Abschnitten darstellen:

  • UT1922-1926  UT- Motoren- und Fahrzeugbau
    Stuttgart-Untertürkheim - Im Häldle 9
  • 1927-1930  Bergmüller & Co.
    Maschinenfabrik Stuttgart-Vaihingen
  • 1931-1962  Schwenk & Schnürle GmbH
    Stuttgart- Möhringen -
    bis 1934  wurde noch in Stg - Vaihingen produziert

 

Aus: www.amc-untertuerkheim.de

B. Remmele
Im Jahre 2000 veranstaltete der AMCU im Rahmen der 800-Jahr-Feierlichkeiten in Untertürkheim sein
1. Internationales "UT"-Oldtimer- Motorradtreffen.


Fast 50 Liebhaber und Sammler alter "UT"- Motorräder aus dem In- und Ausland trafen sich am Pfingstwochenende im Ortskern der Stadt, um ihre Raritäten, die zum Teil noch in der Werkstatt des Firmengründers Hermann Scheihing in Untertürkheim gebaut wurden, der Öffentlichkeit zu präsentieren.
An zwei Tagen wurden die Oldtimer, bevor sie auf Rundfahrt gingen, vom "UT"-Spezialisten Günter Wolf vorgestellt.

Mit dieser Veranstaltung wurde neben dem motorsportlichen Leckerbissen auch ein Stück Untertürkheimer Kultur wieder in Erinnerung gebracht.




 

Untertürkheim

2. Internationales UT - Markentreffen
31. Juli 2005

Die Gründungswerkstatt von 1922 der UT-Mottorräder
in Untertürkheim - Im Häldle 9

Weitere Homepages mit Informationen zu UT - Motorrädern

=>http://web.archive.org/web/20040209225447/www.geocities.com/be_wn/geschichte.htm

Hier einige Ausschnitte aus der UT-Homepage von Günter Wolf :

Hermann Scheihing
(geb. am 15.06.1890, gest. am 31.05.1934) aus dem Stuttgarter Stadtteil Untertürkheim war der Gründer der Motorradmarke "UT".
Nachdem er zuvor beim Automobilhersteller Daimler-Motoren-Gesellschaft in Untertürkheim gearbeitet hatte, führte er ab dem Jahr 1922 seine eigene mechanische Werkstätte, die sich später "UT - Motoren- & Fahrzeugbau " nannte. Zunächst wurden dort mechanische Teile im Auftrag hergestellt, aber auch kleine Taschenfeuerzeuge und Ähnliches.
Hermann Scheihing und seine Frau Elise, geb. Gassmann, waren beide begeisterte Motorradfahrer. Während sie eine COCKERELL fuhr, besass er eine TRIANON.  Es dauerte nicht lange, bis Scheihing anfing Motorräder zu entwickeln und zu bauen; ab 1924 standen die ersten Modelle zum Verkauf bereit. Scheihing hatte gute Kontakte zur Motorradszene, was auch alte Fotos von DMV-Treffen zeigen, wo er Mitgleid war. Damals trug man noch stolz eine “Prinz Heinrich"- Schiffermütze mit entsprechendem Abzeichen.
Als technischer Berater stand ihm sein Freund und Ober-Ingenieur bei Daimler Otto Schilling zur Seite. Das erste UT-Modell war auch geprägt von den Erfahrungen mit der Cockerell-Maschine, denn der Zweitaktmotor hatte z.B. einen liegenden Zylinder.  Der Motor hatte äusserlich Ähnlichkeit mit dem BEKAMO-Motor, war aber eine Scheihing-Entwicklung mit 250 ccm und hatte keine Ladepumpe. Eine Besonderheit war die Kühlplatte aus Aluguss, die mit dem Motorblock verschraubt war, gleichzeitig als Trittbrett diente und zwei Kanäle als Ersatz für die Auspuffrohre hatte. Ab 1926 hatte die Maschine bereits eine Ruthardt Schwungrad-Magnet Zündlichtanlage direkt auf der Kurbelwelle. Das stabile Fahrgestell, der tiefe Schwerpunkt und die sorgfältige Verarbeitung der Maschinen waren eine gute Voraussetzung für die zahlreichen Erfolge der UT-Motorräder bei Bergrennen und Zuverlässigkeitsfahrten in den Jahren 1925 und 1926. 

UT Motorrad in UT
Fotos vom 1. "UT" Motorradtreffen der UT Freunde in Untertürkheim
am 10. + 11. Juni 2000

Wissen zur Marke UT - 1945 bis 1962 -
von Manfred Ratzinger in: Deutsche Motorräder der 50er Jahre

Von 1922 über »die heulende Rakete von Pinneberg« bis zur Firmenschließung 1968

Die schwäbische Motorradfabrik UT wurde von Herrmann Scheihing 1922 in Untertürkheim bei Stuttgart gegründet. Doch die wirtschaftlich schlechte Lage Mitte der 1920er Jahre zwangen ihn 1925, sein Unternehmen an die Maschinenfabrik Bergmüller & Co zu veräußern. Diese verkauften die als Zweigbetrieb geführte Motorradfertigung 1930 an zwei Mitarbeiter, Hugo Schwenk und Johann Schnürle, die 1935 in eine leerstehende Weberei in Stuttgart-Möhringen übersiedelten.

Hugo Schwenk und Johann Schnürle entschieden sich nach Kriegsende, die Zweiradproduktion erneut aufzunehmen. Schließlich waren sie damit ja aufgewachsen, und auf Tradition hielten die Schwaben schon immer. Acht Beschäftigte bauten Ende der vierziger Jahre wieder UT-Modelle zusammen, die allesamt mehr oder weniger auf Vorkriegskonstruktionen mit geschlossenem Doppelrohrrahmen mit Blechpreß- Oberrohr und angeschraubtem Rahmenheck basierten.

Firmenchef Hugo Schwenk belieferte die ersten UT-Vertreter in der näheren Umgebung noch persönlich nach Feierabend: Eine UT hinten im großen Wanderer-Auto, zwei weitere auf einem Anhänger.

UT war um technischen Fortschritt bemüht, denn langfristig war auch bei leichten Motorrädern mit der zwar kostengünstig herzustellenden, aber wartungsaufwendigen und wenig seitensteifen Trapezgabel kein Staat mehr zu machen. Doch die Entwicklung einer Teleskopgabel hätte Schwenk und Schnürle viel Geld gekostet, und so zögerten die sparsamen Schwaben zunächst – bis sich 1949 eines Tages die Bürotür öffnete.

Herein kam Jan Friedrich Drkosch, damals Mitarbeiter der Zeitschrift »Das Motorrad«. Und der wollte eigentlich nichts weiter als ein Werksbild der UT K 125 abholen. Drkosch erinnerte sich an die Firmeninhaber: »Schwenk groß und stark von Statur – der Regent. Schnürle, bescheiden in allem, die Seele in Betrieb und Lager. Beide mit Schiffermützen und blauem Arbeitsanzug.« Als der Besucher das gewünschte Bild erhielt und darauf die Trapezgabel der K 125 sah, meinte Drkosch ohne besondere Absicht: »Herr Schenk, Sie brauchen eine Teleskopgabel.« Und auf die barsche Frage, ob er denn eine habe, folgte ein schlichtes Ja, auf dem Papier«.

Dem neugierig gewordenen Schwenk lieferte Drkosch dann weitere Informationen: »Alle maßgeblichen Teleskopgabel-Bauformen der englischen Hersteller sind mir in- und auswendig bekannt. Alle haben geschliffene Standrohre aus Chromnickelstahl. Der Zwang zu kostensparender Bauweise brachte mich auf ein gegenläufiges System: Standrohre im unteren Teil mit kleinerem Durchmesser als darüber (Up-Side- Down- Gabel heißt das Teil heute), durchaus günstig für den tatsächlichen Kräfteverlauf; beide Führungsbuchsen auf dem kleineren Durchmesser des Standrohres mit variablem Buchsenabstand. Bei dieser Konstruktion müssen die Standrohre nicht geschliffen werden.« Drkoschs Konstruktion wurde sofort akzeptiert.

Ab Modelljahr 1950 gab es dann die UT KTN 125 mit der Teleskopgabel; sie kostete 960,– DM und war nur 40,– DM teurer als die K 125. Mitte 1950 wurde auch eine Sportversion der KTN angeboten, sie war mit zwei Vergasern bestückt und fast 90 km/h schnell. Und weil Ilo noch einen 175- cm’-Motor produzierte, stand bald eine KTN 175 im Programm. UT- Kunden konnten zwischen einem starren Hinterbau und einer Geradwegfederung von Jurisch wählen, wozu nur das Rahmenheck ausgetauscht werden musste. Das Motorfahrrad UT MJ 100 rundete die Modellpalette nach unten ab.

Eine 250er aber fehlte der schwäbischen Motorradfabrik noch. Fünf große deutsche Konkurrenten hatten ein solches Modell 1950 schon zu bieten, UT aber musste sich gedulden, bis Ilo seinen 250er Einzylinder-Zweitaktmotor entwickelt hatte. Doch die Pläne für die Viertelliter-UT lagen schon Anfang 1950 in der Schublade, gezeichnet von Jan Friedrich Drkosch.

Auf der ersten deutschen Motorradausstellung nach dem Krieg, der Frankfurter IFMA 1951, hatte der UT-Prototyp Premiere. Und er sollte hierzulande für den modernen Fahrgestellbau richtungsweisend werden. Die TS 250 war das erste deutsche Motorrad mit Hinterradschwinge und ölgedämpften Federbeinen. Hinten waren 12 cm Federweg möglich, vorn an der Teleskopgabel 14 cm. Ausgeliefert wurden die ersten UT TS 250 erst Anfang des Jahres 1952. Doch schon Monate zuvor hatten Firmenprospekte versprochen: »Die neue UT – schöner denn je«. Und neben der Abbildung der Maschine war eine Zeichnung der UT-Fabrik zu sehen, ein imposantes Backsteingebäude mit einem riesigen, qualmenden Schornstein. Da hatte der Werbegrafiker wohl nicht nur leicht übertrieben.

UT EmailDenn die Kunden, die von UT-Firmenvertretern gerne ins Werk gebeten wurden, um ihnen dort persönlich das Motorrad zu übergeben, fanden Anfang der fünfziger Jahre Schweißerei und Lackiererei in besseren Garagen untergebracht. Und im Erdgeschoß des Hauptgebäudes entdeckten sie eine kleine Halle, wo unter Anleitung eines Meisters acht Arbeiter Teile fertigten und daraus auf Werkbänken Fahrzeuge montierten. Carl Hertweck, damals Chefredakteur von »Das Motorrad«, sah die Fabrik mehr als die »alte Dampfschmiede vom Schwenk«.

Anfang 1952 endete die Zusammenarbeit zwischen UT und Drkosch, der daraufhin bei Adler anheuerte. Mit Schwenk, so Drkosch, habe er gerne gearbeitet. Schnürle allerdings habe ihn bis zuletzt immer nur »Droschke« geheißen. »Kleine, aber dynamische Motorradfabrik sucht Konstrukteur« stand daher Mitte 1952 in einer Stellenanzeige in »Das Motorrad«. Ernst Wüstenhagen, extra auf dem eigenen Motorrad zur Vorstellung angereist, übernahm ab dem 1. September 1952 die Aufgabe des technischen Leiters. Der junge Mann sollte sich vor allem um den geplanten Produktionsausbau auf Basis der TS 250-Konstruktion kümmern.

Die TS 250 wurde zwar schon in Kleinserie gebaut, doch gab es noch genug Kinderkrankheiten zu kurieren. So schlug die Lagerung der Hinterradschwinge in Bronzebuchsen schnell aus. Kugellager, damals sicher nicht die preiswerteste Lösung, schufen Abhilfe. Die ursprünglich von UT selbst gebauten Stoßdämpfer wurden gegen solche von Stabilus oder die von Drkosch entwickelten und bei Suspa gefertigten ausgetauscht.

Der Ilo-Motor der TS 252, Typ M2-125, wegen seiner Geräuschentwicklung bei hohen Drehzahlen auch »die heulende Rakete von Pinneberg« getauft, ermöglichte zwar flotte Fahrleistungen, war aber nicht ganz ausgereift: zu schwache Kolbenbolzen, zu hohe Schwungmassen und eine unpassende Getriebestufung. Aber das herausragende UT- Fahrgestell machte vieles wett. Der Werbetext versprach: »Die Fahreigenschaften unserer neuen TS- Modelle sind anerkannt so gut, das Fahrer, namentlich aber die Sozia, sich nicht mehr auf normalen Maschinen zurechtfinden, haben sie erst einmal die Weichheit unserer Federung genossen. Der Begriff Schlaglöcher existiert eigentlich für diese Motorräder nicht mehr.«

Die Werbesprüche stammten aus der Feder von Hugo Schwenk. In den besten Jahren, 1953/1954, zählte UT rund 30 Angestellte und war zwar einfach, aber nicht schlecht ausgerüstet. Im Gegensatz zu anderen Motorradkonfektionären stellten Schwenk und Schnürle viele Teile selbst her, und der Service war bekannt gut. So konnten Besitzer von Vorkriegsmaschinen ihre UT zum Selbstkostenpreis überholen oder neu lackieren lassen. Bevor ein Motorrad wieder ausgeliefert wurde, musste die Landstraße zwischen Möhringen und Vaihingen als Prüfstrecke für Einstellfahrten herhalten. Bei schlechtem Wetter wurde nicht gefahren – und eben auch nicht ausgeliefert, so wollte es der Chef.

Während Johann Schnürle, ein eher zurückhaltender Typ, sich um die Produktion und Technik kümmerte, nahm sich Hugo Schwenk der Kunden und Vertreter an. Es kam öfters vor, dass er Kunden, die ihre UT abholen wollten, mit der schwäbisch-direkten Frage begrüßte: »Kannsch Du überhaupt Modorrad fahra?« Von Ernst Wüstenhagen stammt die Wiedergabe einer Episode mit einem Vertreter der Stoßdämpfer-Firma Stabilus, den Schwenk nicht kannte. Dieser Handelsmann betrat an einem Samstagvormittag das Werksgelände, als Schwenk gerade – wie alle rechtschaffenen Schwaben – mit einem Reisigbesen den Hof kehrte. Auf die Frage des Vertreters nach einem Herrn Schwenk antwortete dieser: »I han jetzt koi Zeit, sehet se doch. I muaß mein Hof fega« und ließ ihn einfach stehen.

Für neue Ideen und Konstruktionen hatten Schwenk und Schnürle immer ein offenes Ohr, auch als die Gebrüder Küchen eine kleine und flexible Motorradfabrik suchten, die ihren Viertaktmotor einbauen sollte. Und weil auch Verbindungen zur Schweizer Motorradfabrik Motosacoche bestanden, die wieder ins Geschäft einsteigen wollte, entstand ein Prototyp mit Küchen-Viertaktmotor und einem von Ernst Wüstenhagen angepassten TS- Rahmen, der zu Motosacoche geschickt wurde.

Im März 1953 stand diese Maschine mit Motosacoche-Markenzeichen auf dem Tank beim Internationalen Auto- und Motorradsalon in Genf. Und die Resonanz des Publikums sowie der Fachpresse war überwältigend. Motosacoche und UT kamen miteinander ins Geschäft. UT sollte die unlackierten Einzelteile des Fahrgestells in das Werk nach Genf liefern, die Zulieferteile, die auch UT bezog, kamen ebenfalls direkt in die Schweiz, wo Motosacoche nur noch Motoren aufzutreiben hatte.

Küchen war inzwischen auf seiner Suche nach einem Serienhersteller für seinen Viertaktmotor bei Opti in Essen fündig geworden. Das Unternehmen mit florierender Reißverschluß-Fertigung erhoffte sich von der Motorenherstellung ein zweites Standbein. Der Motorradmarkt schien dafür optimal geeignet.

Dieser Küchen-Motor von Opti war ein Zweizylinder-Viertakter (Gleichläufer) mit 247 cm3 Hubraum, 14 PS bei 6.500 U/min stark und besaß eine über Kette angetriebene, obenliegende Nockenwelle. Die Kurbelwelle war nur zweimal gelagert. Probleme gab es bei dieser Konstruktion mit der Kühlung, der Nockenwellen-Antriebskette und den Pleuellagern, von einem alltagstauglichen Motor war diese Küchen-Konstruktion weit entfernt. Und den Opti-Werken fehlten einfach die richtigen Leute für die Weiterentwicklung.

Die Schwaben Schwenk und Schnürle beließen es bei einem Exemplar für Versuchszwecke, obwohl der Serienanlauf der Viertakt-UT für März 1954 angekündigt war. Auf der IFMA im Oktober 1953 feierte der UT-Prototyp KV 250 (KV stand für Küchen-Viertakt) zusammen mit der UT TS 175 F mit Fichtel R Sachs-Motor Premiere.

Weil durch gute Verkäufe genügend Geld vorhanden war, investierte UT in eine Wettbewerbsmannschaft für Zuverlässigkeitsfahrten. 1952 errangen UT-Fahrer 15, 1953 sogar 43 Goldmedaillen, dazu unzählige Silber-, Bronze-  und Mannschaftsmedaillen. Auch Ernst Wüstenhagen nutzte manche Veranstaltung, um seine Konstruktionen zu erproben. Chef Hugo Schwenk zahlte übrigens für jede Goldmedaille 100 Mark, damals immerhin fast ein Drittel vom Monatsgehalt eines Arbeiters.

Ernst Wüstenhagen kündigte im Herbst 1954 in bestem Einvernehmen mit Firmenchef Schwenk, und nach seinem Abgang kam nicht mehr viel Neues bei UT zum Vorschein. Im Gegenteil: Anstatt die Teleskopgabel weiterzuentwickeln, die einst Jan Friedrich Drkosch als freiberuflicher Konstrukteur für UT entworfen hatte, wurde die Produktion auf geschobene Vorderradschwinggabeln umgestellt.

1955 lieferte UT die TS-Modelle mit Ausnahme der TS 250, die mittlerweile eingestellt worden war, wahlweise mit Teleskopgabel oder Langschwinge vorn. Diese Schwinggabeln der VS-Typen (Vollschwinge) sprachen zwar fein an, doch die Lagerung der Leichtmetall- Schwinghebel in Silentblocks war allzu verschleißanfällig und führte schnell zu einem UT- unwürdigen Fahrverhalten. 1956, als sich die Flaute der Motorradindustrie verschärfte, stellte UT die Fertigung der KT-Baureihe ein und brachte statt dessen die VS 100 und das Moped UT Sport auf den Markt – letzteres ein Versuch, mit sportlich-italienischer Linienführung junge Käufer zu finden. Bis auf den Rahmen wurden alle Teile von Zulieferern bezogen, für Eigenentwicklung und - fertigung hatte UT längst kein Geld mehr. Auch der Versuch, bei UT eine Drehteilefertigung aufzubauen, scheiterte letztlich, und so blieben nur noch die VS 100, TS 175 und die Zweizylinder TS 252.

Zum Schluß stand allein die UT 175 mit Fichtel R Sachs-Motor im Verkaufsprogramm. 1961 starb Hugo Schwenk, und Johann Schnürle produzierte, zusammen mit zwei Mitarbeitern, noch ein weiteres Jahr, allerdings nur auf Bestellung. Ersatzteile konnten dagegen noch bis 1968 bezogen werden.

                  

B. RemmeleWeitere Websites mit Informationen
zu UT - Motorrädern

In den 20er Jahren hat es in Stuttgart
fünfzehn verschiedene Motorradmarken gegeben

Stuttgarter Wochenblatt vom 19.2.2004

Der Solitude-Revival-Verein fühlt sich dem Standort Stuttgart sehr verpflichtet - Präsentation der Motorräder auf den Retro Classics

STUTTGART - Der Solitude Revival e. V. zeigt auf den Retro Classics vom 27. bis 29. Februar 2004 Motorräder, die in Stuttgart hergestellt wurden. Zu sehen sind die Marken Standard, Klotz und UT. Insgesamt gab es in den zwanziger Jahren in Stuttgart 15 verschiedene Motorrad-Marken, was gänzlich unbekannt ist.

Die Solitude Revival-Macher sind bei Ihren Recherchen der Frühzeit der Solitude-Rennen zunehmend auf vergessene Motorradmarken in Stuttgart aufmerksam geworden. "Wir fühlen uns dem Standort Stuttgart und dessen Geschichte verpflichtet", bekennt Tobias Aichele.

"Auf den Retro Classics werden wir dieses Thema deshalb erstmals überhaupt aufgreifen", fügt der Solitude Revival-Vorstand weiter aus. Während der Feierlichkeiten "50 Jahre Rallye Solitude" vom 18. bis 20. Juni 2004 werden einige der 15 Motorrad-Marken sogar während des Stadt-Grand-Prix in Gerlingen zu sehen sein.

Die meisten Stuttgarter Motorradmarken wurden in den zwanziger Jahren gebaut. Damit war Stuttgart neben Berlin und Nürnberg eine Motorrad-Hochburg. Die Firma Klotz war beispielsweise in der Bahnhofstraße, der heutigen Heilbronner-Straße beheimatet. Im Großraum Stuttgart hat nur ein Klotz-Motorrad überlebt. Besitzer Bernhard Remmele wird dieses auf den Retro Classics erstmals öffentlich ausstellen.

1925

Die Werkstatt 1925 und im Jahre 2005 >>
Untertürkheim - Im Häldle 9






Hermann Scheihing








Hermann Scheihing machte sich nach seiner Tätigkeit bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Untertürkheim selbständig und eröffnete im Jahr 1922 eine mechanische Werkstätte, aus der die Firma "UT Motoren- und Fahrzeugbau" hervorging. Das stabile Fahrwerk, der tiefe Schwerpunkt und die sorgfältige Verarbeitung führten bereits in den Anfangsjahren zu zahlreichen Erfolgen bei Bergrennen und Zuverlässig- keitsfahrten.

Am 27. Mai 1927 folgte der erste Sieg auf der Solitude. Auf den Retro Classics in Stuttgart ist ein Exemplar aus dieser Ära zu sehen, mit 250 Kubikzentimeter Hubraum.

Die Marke Standard wechselte den Firmensitz von Ludwigsburg nach Feuerbach und schließlich nach Plochingen. Auch diese Marke setzte Rennmaschinen auf der Piste vor den Toren Stuttgarts ein. Ein Exemplar mit 350 Kubikzentimeter ist auf dem Solitude Revival-Stand zu sehen.

Andere Stuttgarter Motorradmarken waren beispielsweise die Firmen "Auto Ell" in der Herzogstraße, "G. Adolf Remp", kurz G.A.R., in Münster oder die Firma "Lupus Motorenbau" in der Landhausstraße. Die bekannteste Marke der Nachkriegsjahre war "Kreidler" in Kornwestheim.

Die Rallye Solitude feiert im Jahr 2004 ihren 50. Geburtstag. An diese Tradition knüpft der Solitude Revival e. V. an und veranstaltet vom 18. bis 20. Juni 2004 die Jubiläumsveranstaltung "50 Jahre Rallye Solitude". Damit wird ein weiterer Bereich des Mythos Solitude in Erinnerung gerufen. Neben den Solitude Berg- und Rundstreckenrennen, die von 1903 bis 1965 vor den Toren Stuttgarts ausgetragen wurden, festigte die Rallye Solitude in den fünfziger und sechziger Jahren den Stellenwert der Landeshauptstadt als Kompetenzzentrum des Automobils und des Motorsports.

Für Klaus Lindemann, Chef von Stuttgart Marketing, ist es ein Glück für die Stadt Stuttgart, diese Tradition zu haben. "Wir freuen uns, dass wir mit diesem faszinierenden Event für alt und jung, die "Stadt der Mobilität", so sympathisch in aller Welt bewerben können".

Die Jubiläumsveranstaltung "50 Jahre Rallye Solitude" beginnt am Freitag, den 18. Juni 2004 mit der Papierabnahme beim relexa Waldhotel Schatten, dem Rallye-Hotel des Jubiläumswochenendes. Danach beziehen die Fahrzeuge das Fahrerlager auf dem Mitarbeiterparkplatz der Robert Bosch GmbH.

Am Samstag, den 19. Juni 2004 absolvieren die Teilnehmer im Großraum Stuttgart, der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald Sonderprüfungen. Insgesamt werden rund 250 Kilometer zurückgelegt. Die letzte Prüfung findet am 20. Juni 2004 in Gerlingen statt. Dazu wird die Innenstadt gesperrt und ein rund 650 Meter langer Rundkurs abgegrenzt. Dort finden im Anschluss an die letzte Wertungsprüfung der Rallye Demonstrationsläufe von Solitude-Rennwagen, Motorrädern und Gespannen statt. Ein Schwerpunkt dieser Demonstrationsläufe ist die Präsentation der Stuttgarter Motorrad-Marken.

Weitere Informationen über die Aktivitäten des Fördervereins finden Sie unter http://www.solitude-revival.de. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter der Telefonnummer 07 11 / 6 40 20 02 zur Verfügung.

19.02.2004

Die Stuttgarter Motorradmarken und ihre Produktionsstätten
Quelle: http://www.solitude-memorial.de/id_srm04c.htm
Auto-Ell Ell Motorradbau, Stuttgart, Herzogstraße 7
Fubo Fuchs & Börner, Motorradbau, Stuttgart, Falkertstraße 71
G. A. R. G. Adolf Rempp, Münster am Neckar
Heinkel Ernst Heinkel AG, Stuttgart-Zuffenhausen, H.-Hirth-Straße 41
Hirth Hellmut Hirth, Stuttgart-Cannstatt, Pragstraße 34
JOMA Joseph Maier AG, Stuttgart, Ostendstraße
Klotz Eugen Klotz Maschinenfabrik, Bahnhofstraße 129
K. M. S. Kunz & Müller Motorradwerk, Stuttgart, Militärstraße 88b
Kreidler Kornwestheim und Stuttgart-Zuffenhausen
Lupus Lupus Motorenbau, Stuttgart, Landhausstraße 43
Moto-Sport Metzger & Schlegel K.G., Fellbach, Eppinger Straße 5a
Standard Standard Fahrzeugfabrik GmbH, Ludwigsburg, Hindenburgstr.40
Standard Wilhelm Gutbrod, Plochingen am Neckar/Gränichen Schweiz
Stolco Stollstein & Co., Stuttgart, Ostendstraße 83
Strolch G. Gassmann, Stuttgart-Untertürkheim, Hindelanger Str. 15
U. T. (1922-1926) UT-Motoren - & Fahrzeugbau, Stuttgart-Untertürkheim, Im Häldle 9
U. T. (1927-1930) Bergmüller & Co. Maschinenfabrik, Stuttgart-Vaihingen
U. T. (1931-1962) Schwenk & Schürle GmbH, Stuttgart-Möhringen
Vollblut Klein, Schäberle & Co. Stuttgart, Böblinger Straße 92

Quelle: Solitude Revival 2004 - Wilhelm-Gutbrod-Memorial

16 Stuttgarter Motorradmarken

Der Verein Solitude Revival recherchiert ein weiteres Stück Stadtgeschichte

SOLITUDE - Der Förderverein Solitude Revival präsentierte auf der Oldtimermesse Retro Classics erstmals Stuttgarter Motorradmarken. Bis zum Messebeginn am 27. Februar konnten die Historiker des Vereins 15 Marken nachweisen. Durch einen Neukontakt auf der Messe kam eine zusätzliche Marke hinzu.

In der Ostendstraße entstanden in den zwanziger Jahren "Joma"-Motorräder. Manfred Höllwarth besitzt das einzige bekannte Exemplar. Vor vielen Jahren erwarb er ein Motorrad, von dem er nur wusste, dass es in der Ostendstraße gebaut wurde und angeblich "Joma" heißen sollte. Tagelange Recherchen im Rathaus brachten schließlich Klarheit. Höllwarth fand in einem Firmenverzeichnis von 1920 die Joseph Maier Fahrzeug und Lichtmaschinenbau AG Stuttgart in der Ostendstraße - und er kombinierte. Die beiden Anfangsbuchstaben des Namens führten zu dem Namen des Motorrads.

Größtes Interesse löste auch das auf dem Solitude Revival-Stand ausgestellte Motorrad Klotz FA 250 aus, eine 175 Kilogramm schwere Maschine mit einem Zweitakt-Motor, dessen 6,6 PS rund 110 Km/h Höchstgeschwindigkeit möglich machten. Das ausgestellte Exemplar ist unrestauriert und hat Features wie eine Fußrastenanlage statt Trittbretter sowie Kettenantrieb statt Riemenantrieb, was auf eine motorsportliche Vergangenheit hinweist. Durch die Messe kam Schwung in die Recherchen über die Marke Eugen Klotz, damals in der Stuttgarter Bahnhofstraße ansässig. Die Pläne für das erste Klotz-Motorrad hatte Wilhelm Gutbrod gezeichnet, der Vater der wesentlich bekannteren Standard-Motorräder. Somit ist Klotz der unmittelbare Vorgänger der Standard-Motorräder. Durch Kontakte auf der Messe ist bekannt geworden, dass von den Klotz-Motorrädern wohl noch sieben Exemplare existent sind, nur wenige davon aber fahrbereit. Insgesamt produzierte die 1862 gegründete Maschinenfabrik in der Bahnhofstraße rund 150 Motorräder.

Zur Erinnerung: Während des Stadt-Grand-Prix in Gerlingen (http://www.stadt-grand-prix.de) am 20. Juni 2004 werden die Stuttgarter Motorräder das nächste Mal zu sehen und zu erleben sein. Einige Besitzer haben bereits zugesagt, Demonstrationsrunden zu drehen. Der 650 Meter lange Rundkurs führt übrigens am Geburtshaus von Wilhelm Gutbrod vorbei.
Der Stand des Solitude Revival e.V. auf der Retro Classics war auch in diesem Jahr Treffpunkt von Rennfahrer-Legenden. Unter anderem kamen der dreimalige Deutsche Meister Heiner Butz, der als bester Deutscher das Solitude-Rennen 1960 auf einer 500 ccm-Norton bestritt. Auch der zweimalige Weltmeister Dieter Braun und der zweimalige Deutsche Meister Lothar John schnupperten Solitude-Ambiente. John fuhr BMW, Bultaco und Honda. Lokalmatador Roland Heck fuhr Rennwagen und Motorräder. Er war erfolgreichster deutscher Solitude-Teilnehmer 1956 und bestritt 1965 das Formel V-Rennen auf einem der ersten nach Deutschland importierten Fahrzeuge, das auf der Retro Classics ebenfalls zu sehen war. Auch Gerd Bender aus Reutlingen ist ein Lokalmatador. Der erfolgreiche Grand-Prix-Fahrer der siebziger Jahre und sechsfache Deutsche Meister baute auch eigene Rennmaschinen. Otto Walz aus Herrenberg war mehrfacher Deutscher Meister im Motocross und nahm an vielen Solitude-Prüfungsfahrten für Motorräder teil.

Solitude-Rennfahrer und Solitude Revival-Gründungsmitglieder Eberhard Mahle, Herbert Linge und Walter Schock signierten Autogrammkarten und Bücher und plauderten mit den einstigen Rallye Solitude-Fahrern Werner Müller, Hans Binder und Klöpfer.

Stuttgarter Wochenblatt 11.03.2004

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